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Beatbox-Europameister in der Kirbachschule

Ungewöhnlicher Musikunterricht für die oberen Klassen der Kirbachschule: Beatboxer Robeat war in Hohenhaslach und gab gleich drei Workshops und ein Konzert. Den Schülern hat es buchstäblich die Sprache verschlagen, so fasziniert waren sie.

Robeat (rechts) hautnah mit Schülern beim Workshop.Foto: Alfred Drossel
Robeat (rechts) hautnah mit Schülern beim Workshop. Foto: Alfred Drossel

Sachsenheim. Robeat heißt bürgerlich Robert Wolf (30). Er ist Beatboxing-, Soundeffekt- und Mundakrobatikkünstler, gehört zu den talentiertesten Beatboxern weltweit und ist amtierender Europameister. Seit Jahren rockt er die Bühne auf zahlreichen Events und begeistert auch im Fernsehen und im Kino.

Schulleiter Rainer Graef hat Robeat bei einem Konzert im Sachsenheimer Lichtensterngymnasium kennengelernt. „Das ist etwas für meine Schüler“, dachte er, „diesen Musikakrobaten müssen sie kennenlernen.“ Gestern kam Robeat nach Hohenhaslach. Man spürte, dass es ihm auch Spaß macht, mit den Schülern zu arbeiten.

Robert Wolf, der die Bühnen mit seinen Geräuschen zum Beben bringt, verdient mit einem ungewöhnlichen Hobby sein Geld – dem Beatboxen. Dabei werden mit Mund, Nase und Rachen Schlagzeug und andere Instrumente imitiert. „Ich habe schon als Kind gerne Geräusche gemacht – viel geschnalzt und Pfeifgeräusche von mir gegeben“, erinnert sich Robeat. Mit 13 oder 14 Jahren habe er durch seinen Cousin einen Beatboxer kennengelernt. „Das hat mich sofort fasziniert“, sagt er. 2007 schaffte er den Durchbruch mit dem Einzug ins Finale der RTL-Show „Das Supertalent“ und belegte den dritten Platz. Es folgten Fernsehauftritte, Kinofilme und Konzertauftritte, unter anderem mit den Tölzer Knabenchor. 2013 wurde er Europameister.

Auf den ersten Blick scheint Beatboxen kompliziert, doch Robeat sagte gestern den Schülern, dass jeder das Zeug dazu habe. Im Gegensatz zum Gesang brauche es dafür keine Veranlagung. Bei seinen Workshops sagten Teilnehmer immer wieder: „Ich kann das nicht.“ „Ey, wie kannst du das behaupten? Du hast es noch nicht mal ausprobiert“, sagt Robeat dann und lacht.

Für Anfänger hat Robeat ein paar Tricks parat. „Es gibt ein paar Eselsbrücken, mit denen die Basic Sounds leichter gelingen – mit der richtigen Betonung entsteht ein Beat. Zum Beispiel bei ‚Bernd kauft ein Busticket‘. Wenn ich das B, das T, das K und das Z betone und die Konsonanten ploppen lasse, ergibt das einen drummäßigen Sound.“

Das Ganze sei nicht belastend für die Stimmbänder. „Beim Beatboxen kann man mehr machen als beim Singen, weil sich die Gesichtsmuskulatur im Vergleich zu den Stimmbändern schneller erholt und das reine Beatboxen die Stimme weniger belastet“, betont Robeat.

Das Ausnahmetalent verschlägt den Zuschauern immer wieder die Sprache. Als „human beatbox“ demonstriert er die hohe Kunst der Mundakrobatik. Seinen unverwechselbaren Stil, der sich aus harten Techno-beats, schnellen Drum- and Base-Rhythmen und sanften Hip-Hop-Klängen zusammensetzt, spickt er mit Ausflügen in die Gesangs- und Comedy-Welt.

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