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Beeindruckt von der afrikanischen Leichtigkeit

Bei Konzertreise in Südafrika trifft das Kreisjugend-Orchester auf ehemalige Bönnigheimer – Neben Musik bleibt Zeit für Natur und Kultur

Das Kreisjugend-Orchester beim Konzert in Mokopane im Legend Safari und Golf Resort. Foto: privat
Das Kreisjugend-Orchester beim Konzert in Mokopane im Legend Safari und Golf Resort. Foto: privat

Besigheim. Mit bleibenden Eindrücken und um einige Erfahrungen reicher ist das Kreisjugend-Orchester zurück aus Südafrika. Die 88 jungen Musiker waren dort mit ihren Betreuern auf Konzertreise (wir berichteten). Im Mittelpunkt stand dabei natürlich die Musik: „Wir haben sieben Konzerte in zwölf Tagen gespielt“, berichtet Dirigent Roland Haug im Gespräch mit unserer Zeitung. Aufgeführt habe man vor allem Stücke von Strauß. Auch die Soloauftritte von Florian Walter, Fabian Kobza und Luca Frauhammer seien sehr gut beim Publikum angekommen.

Trotzdem habe man auch genügend Zeit gehabt, um Natur und Kultur des Landes etwas kennenzulernen. Da war zum Beispiel die Safaritour im Legend Safari Resort. Vor der aufgehenden Sonne beobachteten die Musiker aus ihren Jeeps heraus Löwen und Kudus. „Die Begegnung mit den Tieren war wirklich ein Höhepunkt“, ist Haug noch heute beeindruckt. Auch das Konzert im Voortrekker Monument in Pretoria ist dem Besigheimer Stadtmusikdirektor noch in guter Erinnerung. Nicht nur wegen des unglaublichen Klangs in dem Gebäude, sondern auch wegen seiner kulturellen Bedeutung: Von einem ehemaligen Minister erfuhren die Musiker, dass das Monument zu Ehren der Voortrekker errichtet wurde, die Mitte des 19. Jahrhunderts die Kapkolonie verließen, um sich im Hinterland niederzulassen. Das massive Denkmal aus Granit ist mit Ochsenwagen und anderen heroischen Figuren verziert und erinnert stark an das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig.

Beim Konzert in Pretoria kam es außerdem zu einer ganz besonderen Begegnung: Zu Gast war nämlich auch eine Familie, die lange in Bönnigheim gelebt hatte. Die Mitglieder des Kreisjugend-Orchesters aus Bönnigheim konnten natürlich einiges berichten und nahmen viele Grüße mit in die Ganerbenstadt. Die Begegnungen zwischen den Menschen seien ein wichtiger Teil der Konzertreisen, sagt Haug. „Wir sind überall offen empfangen worden, das ist der große Zauber der Musik.“

Dass Musik Grenzen überwinden kann, zeigte sich beim Konzert in Johannesburg mit einem örtlichen Orchester. Auch wenn es den einen oder anderen Unterschied zwischen Musikern aus Deutschland und Afrika gibt: „Das Rhythmusgefühl, die Fähigkeit, ohne Noten musizieren zu können, die Spontanität und Lebensfreude gepaart mit der afrikanischen Musik sind absolut beeindruckend“, findet Haug. Alles sei locker und leicht. „Wir dagegen müssen wahnsinnig viel arbeiten, damit es so wirkt.“

Wie das funktioniert, kann man beim nächsten Konzert des Kreisjugend-Orchesters am 3. November in Kleinbottwar erleben. Dann werden auch einige afrikanische Stücke gespielt, verspricht Haug.

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