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Verkehr

Begrenzte Parkzeit auf dem Enzplatz

Kostenlos und zeitlich unbegrenzt auf dem Enzplatz in Besigheim zu parken ist bei Autofahrern beliebt. Doch mit der günstigen Dauerparkerei soll nun Schluss sein. Der Gemeinderat hat beschlossen, die Parkzeit auf fünf Stunden zu begrenzen – zunächst ab Mitte Oktober für ein halbes Jahr.

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Der Parkplatz an der Enz in Besigheim ist oft voll belegt. Nun soll die Parkdauer begrenzt werden. Foto: Alfred Drossel

Besigheim. Vor allem Bahnpendler stellen ihr Auto gerne auf dem kostenlosen Parkplatz an der Enz ab, wie eine von der Stadt beim Büro BS Ingenieure in Auftrag gegebene Studie ergeben hat. Danach liegt die Auslastung der 58 Stellplätze dort unter der Woche bei fast 100 Prozent, wobei 97 Prozent von Fremdparkern genutzt werden. Doch mit der günstigen Dauerparkerei soll nun Schluss sein. In seiner Sitzung am Dienstagabend hat der Gemeinderat dem Vorschlag der Verwaltung zugestimmt, die Parkzeit auf fünf Stunden zu limitieren. In einer halbjährigen Pilotphase vom 15. Oktober bis zum 15. April im nächsten Jahr soll die neue Regelung getestet werden. Danach erst soll im kommenden Sommer ein endgültiger Beschluss gefasst werden.

Damit hat sich der Gemeinderat vorerst gegen die von der CDU-Fraktion beantragten Parkgebühren entschieden. Die Gründe: Der Kauf eines Parkscheinautomaten würde mit zirka 10 000 Euro zu Buche schlagen. Daher sei eine Parkzeitregelung kostengünstiger, argumentierte Haupt- und Ordnungsamtsleiterin Sabine Keller. Ausreichend Kapazitäten für Kontrollen habe man. Zumal die Stadt jüngst erst eine Stelle im städtischen Vollzugsdienst auf 100 Prozent erhöht habe.

Doch es gibt bereits erste Widerstände gegen die Neuregelung. In der Bürgerfragestunde übte eine Frau Kritik: „Die Altstadtbewohner sind dabei wieder einmal die Deppen“, sagte sie. Schon jetzt gebe es kaum Parkmöglichkeiten, insbesondere wenn man Besuch empfangen wolle. Gemeinderat und Verwaltung gingen später bei der Beratung darauf ein, rückten aber von ihrem Vorhaben nicht ab. So schlug Sibylle Reustle (SPD) vor, für Anwohner und Altstadtbewohner, die nachweislich keinen eigenen Stellplatz haben, eine Sonderregelung während der Pilotphase einzuführen, etwa in Form eines Zettels, den sie ins Auto legen dürfen. Man werde prüfen, ob sich dies umsetzen lasse, sagte Bürgermeister Steffen Bühler zu.

Anwohner könnten den Enzparkplatz sehr wohl trotz der Neuregelung auch länger als fünf Stunden nutzen, merkte Hauptamtsleiterin Keller an. Schließlich gelte die Beschränkung lediglich montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr. Somit könne man werktags von 14 Uhr an bis zum nächsten Tag unbegrenzt sein Auto abstellen, am Wochenende sowieso.

„Warum warten wir nicht bis das neue Parkhaus gebaut ist? Warum muss man den Enzplatz unbedingt jetzt schon frei kriegen?“, wand hingegen Freie-Wähler-Rat Friedrich Köhler ein. Der Grund hierfür seien die Bahnpendler, entgegnete ihm Ulrich Gerstetter (CDU). Man wolle wissen, wo diese dann stattdessen parkten, um diese Erkenntnisse nächstes Jahr in die „große Lösung“ der neuen Parkkonzeption in der Weststadt einfließen zu lassen. Deswegen habe man auch für Parkgebühren plädiert. Dadurch wäre es möglich gewesen, auch länger auf dem Enzplatz sein Fahrzeug abzustellen – wobei Bahnpendler dann sicher trotzdem den ebenfalls kostenpflichtigen Park-and-ride-Parkplatz am Bahnhof wählen würden.

Dieser wird mit seinen 143 Stellplätzen derzeit laut BS Ingenieure nämlich nur zu zwei Dritteln genutzt. Zudem hätte der Ticketautomat nicht nur Kosten verursacht, sondern auch Einnahmen eingebracht, meinte Gerstetter. Zumal er nach der Pilotphase auf jeden Fall an anderer Stelle, etwa dem Parkplatz Kleines Neckerle, eingesetzt werden könne.

Diese Neuregelung ist nicht die einzige Änderung in der Pilotphase: so soll das bestehende, aber nur teilweise geltende Vier-Stunden-Parkzeitlimit in der zum Bahnhof führenden Bietigheimer Straße auf die gesamte Straßenlänge ausgeweitet werden. Sollte sich zeigen, dass es durch die Änderungen in benachbarten Straßen zu „unzumutbaren Zuständen“ komme, werde man bereits während der Pilotphase eingreifen, betonte Bühler.