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Ortsumfahrung

Benninger Brückenarbeiten gehen weiter

Der Verkehr im Neckartal ist ein Dauerbrennerthema. Mit der Benninger Ortsumfahrung erhofft man sich nicht nur eine Entlastung im Ort. Auch die Nachbarstadt Freiberg soll von der Trasse profitieren. Ab dieser Woche werden die Arbeiten für die neue Neckarbrücke nach Auskunft des Regierungspräsidiums Stuttgart fortgesetzt.

An der neuen Neckarbrücke wird weitergearbeitet. Ende 2021 soll die Ortsumgehung fertig sein. Foto: Holm Wolschendorf
An der neuen Neckarbrücke wird weitergearbeitet. Ende 2021 soll die Ortsumgehung fertig sein. Foto: Holm Wolschendorf

Benningen. Als im Juni 2015 der symbolische erste Spatenstich für die Benninger Ortsumfahrung erfolgte, hätte selbst der größte Pessimist nicht vermutet, dass die Arbeiten für die Trasse erst Mitte 2019 so richtig losgehen würden. Dabei sollte sie seit Ende 2018 bereits befahrbar sein und den Ortskern vom Verkehr entlasten. Doch Fehlanzeige. Das Einzige, das sich nach wie vor wie ein Mahnmal in die Höhe reckt, ist die Feldwegunterführung, die bereits seit Anfang 2016 fertig ist. Seither musste das Regierungspräsidium (RP) den Fertigstellungstermin für die Ortsumfahrung mehrfach nach hinten korrigieren. Die aktuellste Angabe der Behörde lautet „voraussichtlich Ende 2021“. Eine Verspätung von drei Jahren.

Der Grund: Wegen Richtlinienänderungen und Vorgaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes musste die neue Neckarbrücke gegenüber dem ursprünglichen Entwurf höher geplant werden. Im Anschluss an die Neckarbrücke wird zusätzlich eine circa hundert Meter lange Stützwand notwendig. Wie das RP mitteilt, war aufgrund der Planänderungen der Erwerb weiterer Grundstücksflächen notwendig. „Hier mussten erst Lösungen mit dem betroffenen Unternehmen gefunden werden“, so die Behörde. Im September 2018 habe es eine einvernehmliche Lösung gegeben. Danach sei die EU-weite Ausschreibung fertiggestellt und veröffentlicht worden.

Die Änderungen wirkten sich freilich auch auf die Gesamtkosten für die rund 1,2 Kilometer lange Trasse aus. Sie wurden einst auf rund acht Millionen Euro geschätzt. Dieser Betrag musste inzwischen deutlich auf rund 24 Millionen Euro nach oben korrigiert werden. Das RP begründet diese Explosion mit gestiegenen Grunderwerbskosten, Mehrkosten für Ingenieurleistungen, die Entwicklung der Baupreise sowie der höheren Ausgestaltung der Neckarbrücke.

Seit April werden die Arbeiten fortgesetzt. Im Vorfeld wurden Eidechsen vergrämt und Schutzzäune aufgestellt. Danach wurden laut RP die für den späteren Straßenbau erforderlichen Dammschüttungen sowie die Baustraßen und Aufstellflächen für die Baumaschinen hergestellt. In dieser Woche beginnen die Arbeiten für die knapp 200 Meter lange Brücke mit Bohrpfahlgründungen. Danach werden unter anderem die Baugruben ausgehoben, die Widerlager und Pfeiler errichtet sowie die Stützwand gebaut.

Mit der Benninger Umfahrung wird der Verkehr im Ort deutlich reduziert. Derzeit rollen rund 12.450 Kraftfahrzeuge täglich durch die Kommune. Nach Fertigstellung der Umgehungsstraße sollen es laut Auskunft des Regierungspräsidiums nur noch 5000 sein.

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