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Schlossbergrunde

Blick auf die sanierten Weinbergterrassen

Am 10. August wird der 5,8 Kilometer lange Steillagenrundweg eingeweiht – Felix Velte reaktiviert Trockenmauern – Auch Führungen geplant

Verdiente Pause nach mühevoller Arbeit: Weinbautechniker Felix Velte hat gemeinsam mit Bekannten und Familienangehörigen in seinem gepachteten Wengert 150 Quadratmeter Weinbergmauern neu errichtet. Foto: Ramona Theiss
Verdiente Pause nach mühevoller Arbeit: Weinbautechniker Felix Velte hat gemeinsam mit Bekannten und Familienangehörigen in seinem gepachteten Wengert 150 Quadratmeter Weinbergmauern neu errichtet. Foto: Ramona Theiss

Ingersheim. In den Steillagen am Neckar wachsen nicht nur Trauben für hervorragende Weine, sie sind auch touristisch attraktiv. Am Samstag, 10. August, wird nun mit der 5,8 Kilometer langen Schlossbergrunde ein Weinwanderweg eröffnet. Hier gibt es auch vorbildlich sanierte Weinbergterrassen zu sehen.

Großes Engagement hat dabei die Familie Velte aus Großingersheim bewiesen, vorneweg der 28-jährige, in Hohenhaslach tätige Weinbautechniker Felix Velte. Er führt eine Familientradition weiter und wagte sich vergangenes Jahr an ein besonderes Projekt: Die Gemeinde Ingersheim hatte händeringend nach einem Pächter für einen brachliegenden Weinberg oberhalb des MSC-Geländes am Neckar gesucht. Hier war alles mit Buschwerk zugewachsen. Die Gemeinde wollte wieder eine Nutzung für den Weinbau, zumal eine Reaktivierung Punkte auf das Ökokonto bringt, beispielsweise als Ausgleich für ein Baugebiet.

Velte pachtete schließlich den Weinberg und mit vereinten Kräften von Familienangehörigen sowie Bekannten wurden vergangenes Jahr Weinbergmauern mit einer Gesamtfläche von knapp 150 Quadratmetern neu errichtet. Felix Velte kann seither beobachten, wie sich die Artenvielfalt an den die Wärme speichernden Weinbergterrassen positiv entwickelt. „Hier gibt es viele Eidechsen und Blindschleichen, auch Salamander habe ich schon gesehen“, berichtet er. Die Reben am Hang sind laut Velte zwar schwerer zu bewirtschaften, sie bieten aber mehr Qualität, weil die Trauben besser reifen. Im steilen Gelände könnten außerdem mehr Weinstöcke gepflanzt werden. Gute Bedingungen für Gewürztraminer und Weißburgunder. Felix Velte bietet nun am 10. August Führungen durch seine instand gesetzten Weinbergterrassen an. Wer die Schlossbergrunde absolviert, kommt hier automatisch vorbei.

Der Weinwanderweg erkundet dabei die terrassierten Hänge des Schlossbergs in Kleiningersheim. Startpunkt ist an der Talstraße in Großingersheim. Von dort gelangt man unterhalb der Weinberglagen vorbei am MSC-Gelände, der Kleiningersheimer Mühle und der Anlegestelle der Neckarpersonenschifffahrt an den Wendepunkt oberhalb der Talhöfe. Schließlich geht es den Berg hoch nach Kleiningersheim, wo sich unterhalb des Schönblicks eine grandiose Aussicht bietet. Danach lohnt ein Gang durch den Kleiningersheimer Ortskern mit Georgskirche und Schloss. Auf dem sogenannten „Wengertsweg“ bekommt man einen weiteren Eindruck von der Weinbergnutzung, der abgerundet wird durch die Lagen des flurbereinigten „Wurmbergs“. Dort befindet sich auch ein Verweilplatz mit den Wildbienenbäumen der „Grünen Nachbarschaft“ und dem vom örtlichen BUND angelegten Steingarten, der als Kinder- und Jugendprojekt gepflegt und unterhalten wird. Danach geht es vorbei an Weinbergen und Streuobstwiesen zurück nach Großingersheim.

InfO: Die offizielle Einweihung der Schlossbergrunde findet am Samstag, 10. August, um 10.30 Uhr an der Aussichtsplatte beim Kleinigersheimer Schloss statt. Für den Verband Region Stuttgart ist Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling vor Ort. Für das Landratsamt Ludwigsburg nimmt Dr. Christian Sußner eine Standortbestimmung vor. ILEK-Regionalmanager Peter Wendl beleuchtet planerische Ansätze und konzeptionelle Ziele. Eingebettet ist das Ganze in ein Weinfest, das der Fußballverein Ingersheim mit einer großen Schar von Akteuren aus dem Weinbau organisiert.

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