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Brandopfer bekommen Asyl im Nachbarort Murr

Bewohner der Hölderlinstraße ziehen vorübergehend in die noch nicht genutzten Flüchtlingsunterkünfte an der Hindenburgstraße

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Dienstagnacht hat es in der Hölderlinstraße 2 gebrannt. Das Gebäude ist in Privatbesitz und soll ebenso wie zwei Nachbargebäude abgerissen und neu bebaut werden.Foto: Ramona Theiss

Steinheim/Murr. Der Schock und die Anstrengung sind Bürgermeister Thomas Winterhalter nach dem Brand in der Unterkunft für Obdachlose und Asylbewerber Dienstagnacht gestern immer noch anzuhören, doch er kann auch eine positive Mitteilung machen: Fast alle 30 Personen, die in der Unterkunft gemeldet waren, haben bereits eine neue Bleibe – ein Großteil wird vorübergehend in den neuen Unterkünften an der Hindenburgstraße in Murr untergebracht. Der Murrer Bürgermeister Torsten Bartzsch hat Winterhalter sofort seine Hilfe angeboten. Von den drei Flüchtlingsunterkünften in Murr stehen zwei noch leer, weshalb die Brandopfer hier vorübergehend untergebracht werden können. Und zwar so lange, bis die neue, sich im Bau befindliche Steinheimer Flüchtlingsunterkunft fertiggestellt ist – dies soll im April der Fall sein. „Wir sind sehr froh über das sehr kollegiale Angebot aus Murr“, sagt Winterhalter. So könnten die Kinder weiterhin nach Steinheim in Kindergarten und Schule gehen. „Es ist selbstverständlich, in einer solchen Notsituation auszuhelfen“, sagte Bürgermeister Torsten Bartzsch, als er am Dienstagabend den Gemeinderat über die Entscheidung informierte. Einige Bewohner hatten zudem ohnehin einen Umzug geplant oder können tatsächlich längere Zeit bei Bekannten oder Freunden bleiben. „Wir konnten so die Notunterkunft in der Blankensteinhalle wieder auflösen“, freut sich Winterhalter. Nach eineinhalb Tagen sei somit fast alles geregelt.

Auf die weitere Unterbringung von Flüchtlingen und die Sollzahlen, die die Stadt noch erfüllen muss, wirkt sich der Brand in der Hölderlinstraße nicht aus. „Die Plätze in der Hölderlinstraße waren bereits in der Maybachstraße und den Stangenwiesen mit eingerechnet“, erklärt der Bürgermeister. Die Immobilie wurde nämlich bereits von der Stadt verkauft. Sie wird wahrscheinlich auch nicht saniert, sondern abgerissen. Die beiden Wohnblöcke in der Nachbarschaft sind inzwischen ebenfalls in Privatbesitz. Was der Eigentümer mit den Gebäuden vorhat, ist der Stadt noch nicht bekannt, Winterhalter geht aber von einer neuen Wohnbebauung aus.

Die Investitionen in Höhe von 240 000 Euro in das Gebäude, das früher ein reines Obdachlosenheim war, seien dennoch nicht vergeblich gewesen, betont Winterhalter. Man habe auch in fest schließende Brandschutztüren investiert, was Menschenleben gerettet habe. „Die Wohnungen waren nicht verraucht, das war der Knackpunkt“, sagt Winterhalter. So kann das Mobiliar aus den Wohnungen auch in Murr wieder verwendet werden, zum Teil sind die Unterkünfte dort aber auch möbliert.

Von der Polizei gab es gestern noch keine „belastbare Aussage zur Brandursache“, man geht aber immer noch von einem technischen Defekt in einem Schaltschrank aus.