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Eichwald

Breuninger kann erweitern

Gemeinderat will mit Option für Handelsriesen Signal für die Zukunft des Gewerbeparks setzen

Übersicht: die derzeit überbauten Flächen am Eichwald. Vorne liegt die Optionsfläche von Breuninger.Foto: Alfred Drossel
Übersicht: die derzeit überbauten Flächen am Eichwald. Vorne liegt die Optionsfläche von Breuninger. Foto: Alfred Drossel

Sachsenheim. Mit klarer Mehrheit, bei fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung hat der Gemeinderat am Donnerstagabend zugestimmt, dem Stuttgarter Handelsunternehmen Breuninger eine Option für fünf Jahre über eine 4,7 Hektar große Erweiterungsfläche einzuräumen. Damit ist klar, dass auch die Verbandsversammlung im März dem Vorhaben zustimmt. Breuninger hat, wie berichtet, der Verbandsverwaltung mitgeteilt, dass derzeit im Eigentum der Firma Breuninger stehende Grundstücke im Gewerbegebiet, aufgrund der sehr positiven Entwicklung im Bereich stationärer Handel und Onlinehandel, schneller als geplant zu einer Bebauung herangezogen werden sollen.

Im Sinne einer langfristigen Planung und Sicherung von Erweiterungsmöglichkeiten am Standort Eichwald möchte das Unternehmen eine Option einer weiteren Fläche südlich des entstehenden Warendienstleistungszentrums vereinbaren.

Allerdings ist die ins Auge gefasste Optionsfläche aktuell noch durch kein Bauleitplanverfahren als Baufläche gewidmet und stellt derzeit landwirtschaftliche Fläche dar. Ein Rechtsanspruch auf Umwandlung in eine Gewerbefläche besteht derzeit noch nicht. Die Geltungsdauer der Option soll fünf Jahre betragen. Als Kaufpreis soll, analog zu der Option von Porsche, der zum Zeitpunkt der Vertragsannahme dann aktuelle Vergabepreis für erschlossene Grundstücke des Zweckverbandes Eichwalds maßgeblich sein.

Bürgermeister Horst Fiedler, der bis Ende April im Dienst ist und der auch den Vorsitz des Zweckverbands hat, wies darauf hin, dass Breuninger Zuverlässigkeit bei seinen Planungen brauche. Der Zweckverband wolle Unternehmen unterstützen, die schon da sind. Die vorgesehene Fläche sei für kleine Unternehmen ungeeignet.

Dass der Verkehr durch Kleintransporter für den Onlinehandel von Breuninger zunehmen werde, schließt Fiedler aus, da das Unternehmen von Sachsenheim aus nicht ausliefere, sondern in ein Postverteilerzentrum mit großen Lastwagen anliefere. Fiedler ist gegen ein Aufschieben der Entscheidung über eine Option. Es gebe nur ein Ja oder Nein. Sachsenheim müsse eine eigene Meinung haben und sich nicht an Sersheim orientieren.

Scharfe Kritik an Sersheim

Der Sersheimer Gemeinderat hat, wie berichtet, nicht entschieden und möchte das später tun. Das Verhalten seiner Sersheimer SPD-Genossen kritisierte Dirk Reiber (SPD) scharf. „Die schlauen Sersheimer warten erst einmal ab, wie die anderen abstimmen, dann entscheiden sie sich. Das ist der echte Knaller“, sagte Reiber. SPD-Fraktionsvorsitzende Helga Niehues sieht sich dem Unternehmen verpflichtet. Mit dem Verhalten „warten, was kommt“, kann sie nicht umgehen.

Thomas Wörner (GLS) schlug vor, den neuen Gemeinderat und den neuen Bürgermeister entscheiden zu lassen. Wenn ja, dann solle Breuninger auch sofort bezahlen, sagte Wörner.

Günter Dick (GLS) möchte sich nicht gegen Breuninger aussprechen, aber man müsse sich grundsätzlich überlegen, wie man mit der Restfläche am Eichwald umgehe. Dick will keine Eile und er möchte Sersheim nicht einfach nur überstimmen.

Für Lars Weydt (CDU) gibt es nur ein Ja oder Nein. Spätere Erkenntnisse werde es nicht geben. Sachsenheim müsse im Interesse der Firmen eine verlässliche Wirtschaftspolitik machen und den Firmen die Möglichkeit bieten, sich weiterentwickeln zu können.

Auch Siegfried Jauß (FWV) will die Breuninger-Option positiv begleiten. Die Unternehmen hätten schließlich das Gewerbegebiet bisher positiv entwickelt. Jauß merkte jedoch an, dass in Zukunft auch Flächen für kleinere Betriebe ausgewiesen werden müssten. Von den Freien Wählern hat sich Ralf Nägele der Stimme enthalten.

Martin Dürr (CDU) möchte die Fläche teurer verkaufen. Die Nachfrage regele den Preis. Horst Fiedler sicherte zu, den Verkaufspreis später anzupassen.

Der fraktionslose Karl Willig wetterte gegen den steigenden Verkehr rund um den Eichwald – „das ist jetzt schon katastrophal“– und kritisierte, dass jetzt schon 80 Prozent der Fläche verbaut seien. Willig schloss sich der Ablehnung der vier Grünen-Räte an.

Die Verbandsversammlung wird am 18. März über die Breuninger-Option abstimmen. Oberriexingen hat der Option bereits zugestimmt. Obwohl das Votum des Bietigheimer-Bissinger Gemeinderates noch aussteht, gilt eine Zustimmung als sicher.

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