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ERDMANNHAUSEN

Bürgermeisterin Hannemann tritt nicht mehr an

Birgit Hannemann.Foto: H. Ettensberger
Birgit Hannemann. Foto: H. Ettensberger

Es schien eine Formalie zu sein, aber dann war der Schock in der gestrigen Sitzung des Verwaltungs- und Technischen Ausschusses groß: Bei der auf 15. März 2020 terminierten Bürgermeisterwahl steht die 40-jährige Birgit Hannemann nicht mehr auf der Kandidatenliste. „Aufgrund meines Amtes muss meine Familie auf vieles verzichten, das kann ich ihr nicht mehr länger zumuten. Die Entscheidung ist mir schwergefallen“, sagte Hannemann unter Tränen. Den Preis einer erneuten Kandidatur müssten ihre drei Kinder zahlen und dieser Preis sei ihr zu hoch, fügte sie an.

Die Ratsmitglieder wirkten sichtlich betroffen. „Wir müssen das der Familie zuliebe akzeptieren“, meinte der erste stellvertretende Bürgermeister Franz Pilhartz. Er könne sich dem nur anschließen, sagte SPD-Rat Hans-Georg Götz. Hannemann verwies auf das Erreichte in ihrer achtjährigen Amtszeit. Was sie noch anmerkte, ließ aufhorchen: Sie sprach von einer immer egoistischer werdenden Gesellschaft und mangelndem Respekt. „Diese Entwicklung zieht auch immer mehr in den Gemeinderat ein.“

Birgit Hannemann war 2012 zur Bürgermeisterin gewählt worden, sie besiegte damals knapp den Amtsinhaber Lutz Schwaigert. Da Hannemann nicht mehr kandidiert, übernimmt sie den Vorsitz des Gemeindewahlausschusses, als Vertreter sind Franz Pilhartz und Vanessa Gruber vorgeschlagen. Die Stelle wird am 13. Dezember ausgeschrieben, die Frist für die Einreichung von Bewerbungen endet am 17. Februar, am 5. März soll es eine öffentliche Bewerbervorstellung geben. (AB)