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Feuerwehr

„Damit wir wieder mehr Freunde werden“

Die Voraussetzungen sind gut für einen Neustart bei der Freiwilligen Feuerwehr Steinheim: Mit 79 Prozent wählten die Feuerwehrangehörigen Markus Elsäßer zum Kommandanten und Alexander Souvard zu seinem Stellvertreter. Es gab lediglich 15 ungültige Stimmen.

Der neue Kommandant Markus Elsäßer (links) mit seinem neuen Stellvertreter Alexander Souvard.Foto: Oliver Bürkle
Der neue Kommandant Markus Elsäßer (links) mit seinem neuen Stellvertreter Alexander Souvard. Foto: Oliver Bürkle

Steinheim. 77 Feuerwehrangehörige waren wahlberechtigt, 76 hatten bei der Hauptversammlung am Freitagabend gewählt, Markus Elsäßer und Alexander Souvard bekamen jeweils 60 Stimmen. Ein respektables Ergebnis, zumal Markus Elsäßer erst vor rund einem Jahr von der Freiwilligen Feuerwehr Freiberg nach Höpfigheim gewechselt ist. Der Berufsfeuerwehrmann bedankte sich für das gute Ergebnis. Gemeinsam mit den Kameraden wolle er festzurren, wie die Steinheimer Feuerwehr sich entwickeln müsse. Dafür brauche er die Unterstützung der Kameraden, um das Schiff aus dem groben Sturm herauszumanövrieren. „Wenn wir es richtig anpacken, können wir viel Spaß miteinander haben“, warb der 38-Jährige für mehr Zusammenhalt.

Zuvor waren fast alle Führungskräfte nochmals auf die Querelen des vergangenen Jahres eingegangen: Zwischen Feuerwehr und Stadtverwaltung klappte die Zusammenarbeit nicht, auch nicht zwischen Kommandant Joachim Hielscher und der Mannschaft. Im Zuge dessen hatten der stellvertretende Kommandant Holger Nolte und danach Hielscher ihren Rücktritt verkündet (wir berichteten). Als „nicht so prickelnd“ bezeichnete der Steinheimer Abteilungskommandant Michael Schwarz 2018. Es seien Anfang des Jahres Worte gefallen, die so nicht hätten sein müssen. Mittlerweile habe man sich auch mit der Stadtverwaltung zusammengerauft, die Zusammenarbeit funktioniere besser denn je. „Es wird in den nächsten Jahren besser laufen. Wir hatten große und kleine Feuer, die wir aber gelöscht haben. Lasst uns gemeinsam vorangehen, denn wir sind eine gute Feuerwehr“, betonte Schwarz.

Ähnlich mahnende Worte fand der Höpfigheimer Kommandant David Kuppinger, kleidete sie aber in einen Wunsch: „Ich wünsche mir, dass wir wieder zusammenrücken und wieder Spaß am für mich schönsten Hobby der Welt finden. Lasst uns wieder mehr Freunde werden als bisher.“

Bürgermeister Thomas Winterhalter gab ebenfalls zu, dass im vergangenen Jahr der Ton zwischen Verwaltung und Feuerwehr etwas rau gewesen sei. Nach vielen Sitzungen und Aussprachen sei man in den vergangenen Monaten aber gut vorangekommen, auch dank der drei Abteilungskommandanten, die „immer ein verlässlicher Ansprechpartner“ gewesen seien. Auch er äußerte den Wunsch, dass die positive Entwicklung fortgesetzt werden könne. Er sichere die volle Unterstützung zu – „in unserem finanziellen und persönlichen Rahmen“.

Zum Abschluss gab es dann doch versöhnende Worte für Joachim Hielscher. Ein schlichtes Danke des Kleinbottwarer Abteilungskommandanten Andreas Roth, von David Kuppinger ein Lob für den Mut, „sich wählen zu lassen und in das Haifischbecken zu springen“. Für die Nachfolge von Martin Schäffer hatte sich vor zwei Jahren nur schwer ein Kandidat finden lassen. Auch Kreisbrandmeister Andy Dorroch zollte ihm Respekt, dass er damals das Ruder an sich genommen habe. Viele Ruderschläge habe er richtig gemacht, das könne man weiterführen.

Der scheidende Kommandant Joachim Hielscher selbst leitete die komplette Hauptversammlung – was ihm zeitweise sicherlich nicht leicht fiel, wie ihm anzuhören und anzusehen war. Er bedankte sich bei der Stadtverwaltung für die Zusammenarbeit, aber auch die „Tritte in den Hintern“, bei den Mitgliedern für ihre Arbeit. Er habe nicht nur den Entschluss gefasst, als Kommandant zurückzutreten, sondern ganz aus der Feuerwehr auszutreten, was ihm nach 30 Jahren als Feuerwehrmann sehr an die Nieren gegangen sei. Er wünschte dem neuen Führungsduo eine gute Hand, mahnte aber auch die Kameraden: „Gebt den Beiden die Zeit, setzt sie nicht unter Druck, man kann das nicht alles von heute auf morgen können. Gebt ihnen Tipps.“

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