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Mäuseturm

Das Baudenkmal strahlt wieder

Nächste Woche fallen an dem Türmchen die Gerüste – Langer Weg der Sanierung – Zuschüsse von verschiedenen Stellen

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Mit dem Sandstrahlgerät bearbeitet Udo Tristran das Innere des Turmes.Foto: Alfred Drossel

Freudental. Der neue Dachhelm sitzt. Die Steinfassade ist fertig. Im Innern arbeitet der Sandstrahler. Nächste Woche fallen am Mäuseturm von Freudental die Gerüste. Mit der Sanierung wurde der zweigeschossige Rundturm aus Bruchsteinmauerwerk mit Kegeldach vor dem Verfall gerettet. Udo Tristran steht mit Schutzanzug und Helm im Innern des Turms und strahlt die Sandsteine mit einem Druck von sechs Bar ab. An den Außenwänden hat er das schon erledigt. Jetzt strahlen die Steine buchstäblich wieder.

Vor einigen Tagen haben sich Vertreter des Landesdenkmalamtes und der unteren Denkmalschutzbehörde beim Landratsamt über die Arbeiten informiert. Dabei wurden auch einige wichtige Punkte besprochen. So wurden etwa das Material und die Farbe für die Fugen zwischen den Steinen festgelegt.

Bereits vor vier Jahren waren Risse im Mauerwerk und eine Beschädigung des Dachs festgestellt worden. Die letzte Gesamtsanierung war bereits in den 1960er Jahren gewesen. Seither wies der Rundturm erhebliche Mauerwerkrisse auf, durch die Feuchtigkeit ins Innere gelangte und die Dachkonstruktion schädigte.

Mit einem Durchmesser von gerade einmal vier Metern und einer Höhe von insgesamt acht Metern gehört der Turm zwar nicht zu den größten Vertretern seiner Art, aber dafür ist er nicht weniger interessant: So sollen unterirdische Gänge unterhalb des Turms verlaufen, die bisher aber noch nicht erkundet wurden. Noch bis in die 1930er Jahre wurde der Turm als Arrestgebäude genutzt, in dem sonntags Strafen wegen kleinerer Vergehen abgesessen wurden. Seitdem steht der Mäuseturm jedoch leer. Nach der Sanierung soll sich das ändern: Beim historischen Ortsrundgang wird er ein Anlaufpunkt sein.

Um die Sanierung des historischen Turmes hatte es im Gemeinderat lange Diskussionen gegeben, weil die weitere Nutzung des Turms nicht klar war. Der Denkmalschutz legte ein Veto ein, als es darum ging, den Turm einfach weiter verfallen zu lassen. Denn der Mäuseturm ist der letzte Überrest des sogenannten Mittleren Schlosses aus dem 16. Jahrhundert, eines von ehemals vier Schlössern im Ort.

Die Sanierungsmaßnahme kostet rund 100 000 Euro. Die Gemeinde bekommt jedoch Unterstützung: Das Landesamt für Denkmalschutz gibt 22 850 Euro, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hilft mit 25 000 Euro. Der Gemeinde Freudental ist es zudem gelungen, eine Förderung über das Sanierungsgebiet „Ortskern II“ zu ermöglichen. Deshalb lag der kommunale Eigenanteil bei lediglich 25 000 Euro.

Nach Abschluss der Sanierung will die Gemeinde sich jetzt um die Außenflächen rund um den Mäuseturm kümmern. Im Herbst wird der Mäuseturm bei einer offiziellen Veranstaltung eingeweiht.