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Frankenbahn

Der Pendler-Frust nimmt kein Ende

Leidgeprüft sind die Pendler, die auf dem Weg zur Arbeit mit der Frankenbahn fahren. Zugausfälle sorgen für Unmut. Für die jüngsten Ausfälle sind laut Bahn technische Störungen verantwortlich gewesen.

Foto: Kalinka Kalinka/ stock.adobe.com
Foto: Kalinka Kalinka/ stock.adobe.com

Besigheim. „Von der Bahn hören wir immer, es wird besser. Mein Eindruck ist, es wird immer doller“, berichtet Jürgen Krüger, der sich als „als leidgeplagter Kunde der Deutschen Bahn“ bei unserer Zeitung gemeldet hat. Der Besigheimer nutzt die Frankenbahn seit zehn Jahren, um von Besigheim nach Stuttgart zur Arbeit zu pendeln. Im September 2017 hat die DB Regio Baden-Württemberg eine Entschuldigungsaktion eigens wegen der vielen Verspätungen und Zugausfälle auf der Strecke der Frankenbahn, die über Heilbronn zwischen Würzburg und Stuttgart verkehrt, ins Leben gerufen (wir berichteten). Jahreskarteninhaber, die auf den von Zugausfällen und Verspätungen besonders betroffenen Strecken unterwegs sind, bekamen einen Monatsbeitrag zurückerstattet. Doch um die Situation tatsächlich zu verbessern, hat sich seither offenbar wenig getan.

Mehrere Zugausfälle allein in jüngster Zeit hat Jürgen Krüger erlebt. So sind etwa an einem Freitag Ende Februar nacheinander gleich zwei Verbindungen von Stuttgart aus nicht gefahren, um 16.13 und um 16.45 Uhr. „Ich hatte also das zweifelhafte Vergnügen, mehr als 70 Minuten im Hauptbahnhof Stuttgart herumzustehen, ohne zu wissen, ob und wann ein Zug nach Besigheim fahren wird. Erst um 17.15 Uhr fuhr der nächste Zug“, erzählt Krüger. Nur drei Tage später erging es ihm ähnlich: Auf das Eintreffen der Frankenbahn in der Landeshauptstadt wartete der Besigheimer um 17.45 Uhr vergeblich. „Und wieder stand ich über 40 Minuten am Bahnhof, weil die Regionalbahn nicht in der Lage ist, einen geregelten Fahrdienst aufrechtzuerhalten.“

Doch sind die Zugausfälle längst nicht Krügers einziger Verdruss. „Rückfragen bei Informationsträgern der Deutschen Bahn ergaben, dass sie alle nicht zuständig seien. Das sei die Regionalbahn. Auf die Frage, wo denn der Schalter dieser Institution sei, an dem man erfahren könnte, wie es weitergeht, erhalte ich die Nachricht: Diese gibt es nicht“, berichtet der Berufspendler.

Lediglich einen winzigen roten Zettel mit einer Info-Telefonnummer darauf habe man ihm gegeben. „Ich rufe dort an und ein über alle Maßen beruhigter Mensch erklärt mir langsam, dass der nächste Zug auf dem Fahrplan steht und ich es nur lesen müsste und an dem entsprechenden Gleis einsteigen sollte.“

Auf Anfrage unserer Zeitung zu den Gründen für die Zugausfälle teilt eine Unternehmenssprecherin der Bahn lediglich per E-Mail mit: „Sowohl am 22. Februar als auch am 25. Februar gab es eine technische Störung am Zug, so dass dieser leider ausfallen musste.“ Zu der Rückfrage, um was für Störungen es sich dabei konkret handelt, von denen nach Krügers Berichten verschiedene Züge der Regionalbahn offenbar betroffen sind, erklärte ein anderer Unternehmenssprecher: Über Details könne man nichts sagen, weil die entsprechenden Daten nicht mehr vorlägen.

Derweil geht es für Jürgen Krüger Anfang März geradeso weiter wie im Vormonat. Wiederum wartet er an einem Bahnsteig erfolglos auf eine Verbindung der Frankenbahn – dieses Mal in Besigheim auf jene um 7.17 Uhr. Immerhin erfährt er durch eine Informationsanzeige den Grund für den erneuten Zugausfall: eine technische Störung. All diese Vorgänge, sagt Krüger, passierten nicht das erste Mal.

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