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Mitgliederentwicklung

Eintrittswelle bei der SPD schwappt bis in den Kreis

Die SPD verzeichnet bundesweit ungewöhnlich viele Neueintritte. Vor allem die Jusos als Gegner der Neuauflage einer Großen Koalition hatten zum Eintritt aufgerufen. Auch beim Kreisverband Ludwigsburg ist die Eintrittswelle zu spüren. Für den Kreisvorsitzenden Macit Karaahmetoglu ein positives Zeichen.

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Neue Parteibücher werden bei der SPD zurzeit häufig gebraucht. Auch der SPD-Kreisverband verzeichnet einen Neumitglieder-Ansturm. Foto: dpa

Kreis Ludwisgburg. Nachdem die SPD auf dem Sonderparteitag in Bonn die Tür für neue Koalitionsverhandlungen mit der Union aufgestoßen hatte, konnten sich die Sozialdemokraten kaum vor einem Neumitglieder-Ansturm retten. Auch beim SPD-Kreisverband Ludwigsburg sprechen die Zahlen Bände: Der erste Monat des Jahres 2018 ist noch nicht einmal ganz um, schon verzeichnet der Kreisverband laut eigenen Angaben 45 Neuzugänge.

Zum Vergleich: Im kompletten Jahr 2016 konnten die Sozialdemokraten 40 neue Mitglieder gewinnen. In ganz Baden-Württemberg gewann die SPD innerhalb einer Woche 800 neue Mitglieder hinzu. Aktuell sind es im Land 36 600.

Für den Kreisvorsitzenden Macit Karaahmetoglu kommt das wenig überraschend: „Natürlich ist es immer positiv, neue Mitglieder zu gewinnen. Die Menschen sehen, dass man mit dem Eintritt in diese Partei etwas bewegen kann.“

Dem Vorwurf, dass die Jusos mit ihrem Aufruf so viele Menschen wie möglich zum Eintritt bewegen wollen, nur um die Große Koalition zu Fall zu bringen, kann Karaahmetoglu, im Bezug auf den Landkreis, nur widersprechen: „Auch als das letzte Mal über eine Koalition diskutiert wurde, hatten wir unheimlich viele Neueintritte. 90 Prozent dieser Neulinge bleiben der Partei aber dann für längere Zeit erhalten.“ Dem pflichtet auch Yannick Schneider von den Jusos Ludwigsburg bei. „Die Eintrittswelle ist deutlich zu spüren. Man sollte aber nicht nur eintreten, um am Ende für oder gegen die Große Koalition zu stimmen.“

Mit aktuell 1605 Mitgliedern ist der SPD-Kreisverband die zweitstärkste Kraft im Landkreis. Vor ihnen liegt nur die CDU, die laut eigener Aussage aktuell 2041 Mitglieder vorzuweisen hat. Im Jahr 2016 war die Zahl der Mitglieder im CDU-Kreisverband allerdings höher: 2069 Mitglieder gehörten damals der Partei an. Auch die Union hat im Jahr 2017, trotz des allgemeinen Verlustes, mehr Neueintritte zu verzeichnen als noch 2016. Vor zwei Jahren stießen 61 neue Mitglieder zum CDU-Kreisverband dazu. Vergangenes Jahr konnte die Zahl der Neumitglieder auf 79 gesteigert werden.

Die FDP hat, ähnlich wie die Sozialdemokraten, ebenfalls einen deutlichen Zuwachs an Neueintritten zu verzeichnen. Auch wenn die Mitgliederanzahl aktuell auf 421 gesunken ist, sind im Jahr 2017 insgesamt 74 Parteineulinge eingetreten. 2016 hatte die FDP 25 neue Mitglieder aufgenommen.

Deutlich mehr Mitglieder als zuvor verzeichnet der Kreisverband der Linken. Waren am 1. Januar 2016 noch 129 Mitglieder in der Partei, sank die Zahl ein Jahr später auf 126 Mitglieder. Doch im Wahljahr kam der Ansturm: Aktuell sind 153 Mitglieder in der Partei. 69 dieser Mitglieder sind zwischen 30 und 50 Jahre alt. Über 60 Jahre sind aktuell 44 Männer und Frauen im Kreisverband der Linken.

Die Kreis-Linke konnte ihren Anteil an jungen Mitgliedern (bis 29 Jahre) fast verdoppeln. Am 1. Januar 2017 waren 24 Menschen unter 29 Jahren in der Partei. Ein Jahr später – und um 34 Neumitglieder reicher – sind es 40 Männer und Frauen unter 29 Jahre.

Der AfD-Kreisverband hat seit 2016 30 Neueintritte zu verzeichnen und zählt aktuell 160 Mitglieder.