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Veranstaltung

„Englischer Sommer“ freut nur einen

Mehr als 1400 Teilnehmer des 34. Solitudelaufs kämpfen mit dem Aprilwetter. Unter ihnen ist auch ein alter Bekannter aus der Partnerstadt.

Der Start für den zum Jubiläum ausgeschriebenen Fünf-Kilometer-Lauf fällt ebenso sprichwörtlich ins Wasser wie ein Großteil der Laufzeit...
Der Start für den zum Jubiläum ausgeschriebenen Fünf-Kilometer-Lauf fällt ebenso sprichwörtlich ins Wasser wie ein Großteil der Laufzeit...
...der zwei längeren Distanzen. Fotos: Oliver Bürkle
...der zwei längeren Distanzen. Foto: Oliver Bürkle

GERLINGEN. Der April macht was er will. Dass dem tatsächlich so ist, stellen am Sonntagmorgen auch Unmengen von Freizeitsportlern auf der Solitudehöhe fest. Dort fällt in wenigen Minuten der Startschuss für die 34. Auflage des Gerlinger Solitudelaufs. Zum Auftakt stehen die 1426 Läufer gleich mal im Regen, auch Graupel und Hagelkörner mischen sich unter die Regentropfen.

Gestartet wird traditionell über die Zehn-Kilometer-Distanz und im Halbmarathon. Wie gewohnt, sind auch Schüler und Bambinis am Start. Und weil der Veranstalter, die KSG Gerlingen, in diesem Jahr 125-jähriges Bestehen feiert, wurde das Laufprogramm um eine Fünf-Kilometer-Strecke erweitert.

Der Solitudelauf lebt nicht zuletzt von seiner landschaftlich reizvollen Strecke. Zunächst verläuft die Trasse durch den Wald, danach vorbei an Streuobstwiesen und schließlich durch die Gerlinger Innenstadt. Der Zieleinlauf mit seiner langen Geraden liegt direkt neben der Stadthalle, dort warten zahlreiche Schaulustige gespannt auf das Eintreffen der Läufer.

Die Bedingungen seien wechselhaft, aber gut, sagt Robert Maier. „Typisches Aprilwetter“, meint der Leiter der KSG-Leichtathletikabteilung. „Aber die zwölf Grad sind besser als die 26 Grad, die wir noch vor wenigen Tagen hatten – das wäre vor allem für den Halbmarathon ein bisschen zu warm.“

Zumindest einen Läufer haben die Wetterkapriolen verzückt: Steve Hobday aus Gerlingens englischer Partnerstadt Seaham, der Brite hat sich bereits zum 30. Mal in die Teilnehmerliste eintragen. In der Vergangenheit lief er häufig im Halbmarathon, jetzt startet er über die zehn Kilometer. „Englischer Sommer, extra für mich“, habe Hobday angesichts der durchwachsenen Wetterlage vor dem Startschuss gejubelt, berichtet zumindest Moderator Knut Bauer in seinem Infowagen an der Stadthalle.

Als er im Ziel eintrifft, muss Hobday viele Hände schütteln. Zuvor ist er wie alle anderen Starter im Zehn-Kilometer-Lauf Daniel Noll hinterhergelaufen, allerdings vergeblich: Der Läufer vom Run2gether-Team des TSV Glems lässt die Konkurrenz weit hinter sich, erst deutlich mehr als zweieinhalb Minuten später treffen die Nächstplatzierten im Ziel ein.

Er sei einfach ein Typ, der gerne laufe, erzählt Noll, der schon kurz nach dem Kraftakt wieder gut in Form ist. Das Laufen sei ein Hobby für ihn. „Wenn ich mit der Arbeit fertig bin, schnappe ich mir meinen Rucksack und laufe nach Hause.“ Beim Solitudelauf ist Noll zum dritten Mal dabei. Die Strecke sei super, betont er, werde wegen ihres Gefälles allerdings häufig unterschätzt. „Die letzten vier Kilometer geht es zwar nur bergab, aber vorher ist es eher ein Auf und Ab mit Gegenanstiegen.“

Zum zweiten Mal schnürt Christian Beutelspacher die Schuhe beim Solitudelauf. Die zehn Kilometer hat er diesmal in 54 Minuten geschafft. Mit dieser Zeit ist der Leonberger, der sich ein- bis zweimal die Woche mit Laufen fit hält, zufrieden. Auch Beutelspacher lobt die landschaftlich reizvolle Strecke. „Ich denke, dass ich im nächsten Jahr wieder am Start bin.“

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