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Unglück

Feuerprobe bestanden

Nach dem Brand eines Autos im Engelbergtunnel sind Retter und Behörden zufrieden mit dem Einsatz

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Die Tunneltechnik funktioniert, niemand darf im Notfall mehr einfahren. Ab November sollen das auch Schranken verhindern. Foto: 7aktuell.de/Nils Reeh
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Gerlingen/Leonberg. Es war ein Alarm, auf den die Feuerwehren von Gerlingen und Leonberg sowie zahlreiche Mitarbeiter von Rettungsdiensten, Polizei und Autobahnmeisterei hätten verzichten können: Um 18.43 Uhr am Mittwochabend wurde der Brand eines Autos im Engelbergtunnel gemeldet, etwa 600 Meter nach der Einfahrt aus Richtung Ditzingen (wir berichteten kurz). Trainiert worden waren solche Einsätze zuvor ausgiebig – doch nun war erstmals seit einiger Änderungen in dem Bauwerk der Ernstfall eingetreten. Diese waren wegen der anstehenden Großsanierung der Tunnelwände nötig geworden.

Und der Brandrauchtest im vergangenen November hat sich offenbar bezahlt gemacht. Er hatte einige kleinere Veränderungen am Lüftungsprogramm nach sich gezogen. Wohl deshalb sei der Rauch nun besser abgezogen als früher – sichtbar auch an einer schwarzen Rauchsäule aus dem Tunnel heraus. Es habe aber „schon eine Weile gedauert“, bis alles abgesaugt gewesen sei, so die Einschätzung des Leonberger Kommandanten Wolfgang Zimmermann. Dafür gab es keinen Raucheintritt mehr in der anderen Röhre. „Es hat alles ganz gut funktioniert.“ Eine Einschätzung, die auch der Sprecher der Gerlinger Feuerwehr, Dennis Blos, teilt, ebenso das zuständige Regierungspräsidium. Diesmal habe auch die Schaffung einer Rettungsgasse besser funktioniert als bei früheren Unfällen.

Als die Leonberger Kräfte von Süden her anrückten, sei der Tunnel bereits in beiden Richtungen ordnungsgemäß gesperrt gewesen, so Zimmermann. Zunächst habe man die Familie – zwei Erwachsene, zwei kleine Kinder –, die den BMW schon verlassen hatte, nach draußen gebracht. Zuerst zu einem anderen Fahrer, der mit einem großen Wagen vor dem Portal stand, dann zum Rettungsdienst. Im Innern wurde derweil das Auto gelöscht, dessen Motorraum voll in Flammen stand – Auslöser war offenbar ein technischer Defekt gewesen.

Das Auto war zwar schnell gelöscht. Doch bis der Tunnel wieder freigegeben werden konnte, dauerte es rund zweieinhalb Stunden. Denn unter anderem musste der Wagen abgeschleppt werden, wobei die Gerlinger Feuerwehr unterstützt habe, so Dennis Blos. Auch musste die Feuerwehr – sie war mit 20 Fahrzeugen und 65 Mann vor Ort – den Tunnel auf mögliche weitere Brände sowie Sachverständige die betroffene Stelle kontrollieren. Ergebnis: „Die Schäden am Asphalt auf der Standspur sind marginal“, es bestehe kein Handlungsbedarf, heißt es aus dem Regierungspräsidium.

Einen Wermutstropfen gibt es aber: Wegen der Sperrung kam der Verkehr auf den umliegenden Strecken zum Erliegen. „Leonberg war tot, nichts ging mehr“, so Zimmermann. Die Polizei gab die Staus mit acht Kilometern auf der A 81 und sechs Kilometern auf der A 8 zwischen Autobahnkreuz Stuttgart und Dreieck Leonberg an.