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Fliegerfest

Flugsport übt große Faszination aus

Das Pleidelsheimer Fliegerfest war vor allem am gestrigen Sonntag ein Publikumsmagnet für Gäste aus der Gemeinde und den umliegenden Kommunen.

Auf Tuchfühlung mit der Technik eines Flugzeugs: Beim Fliegerfest können sich die Besucher ein Cockpit mal ganz aus der Nähe anschauen.Fotos: Andreas Becker
Auf Tuchfühlung mit der Technik eines Flugzeugs: Beim Fliegerfest können sich die Besucher ein Cockpit mal ganz aus der Nähe anschauen. Foto: Andreas Becker
Flieger gucken: Das macht Vater und Sohn gleichermaßen Spaß.
Flieger gucken: Das macht Vater und Sohn gleichermaßen Spaß.
Man kann auch ultraleicht in die Luft gehen und landen.
Man kann auch ultraleicht in die Luft gehen und landen.

Pleidelsheim. Am Wochenende feierte die Flugsportvereinigung (FSV) auf ihrem Gelände im Wiesental ihr alljährliches Fliegerfest, das zahlreiche Besucher anlockte. Die Veranstaltung begann am Samstag bei grauem Himmel und Regenschauern.

Das Ballonglühen am Abend hatte der Verein zwar geplant, doch vorsichtshalber nicht angekündigt, da es in den vergangenen Jahren immer wieder wegen schlechtem Wetter abgesagt werden musste. Das erwies sich als weise Voraussicht, denn auch diesmal spielte Petrus nicht mit. Umso mehr freuten sich die Segelflieger, dass zum Abendprogramm dennoch relativ viele Besucher im Hangar feierten. Mit Rock heizte die Coverband „Small Town Industries“ den Besuchern bei langsam sinkenden Außentemperaturen ein.

Gestern sorgten dann hochsommerliche Temperaturen und Sonnenschein für einen wahren Ansturm auf dem Fliegerfest. Hatte am Vortag der Kunstflieger Simon Greis wetterbedingt nur eine Vorführung zeigen können, so gab es jetzt über den Tag verteilt mehrere seiner eindrucksvollen Kunstflüge zu sehen.

Mit seiner Pilatus B 4 bot er Rollen, Loopings und Turns, genau abgestimmt auf die musikalische Begleitung. An den Tragflächen befestigte Rauchpatronen zeichneten Figuren an den Himmel.

Greis, der in der Segelkunstflug-Nationalmannschaft der „Advanced“-Klasse fliegt und gern den Sprung in die Nationalmannschaft der Klasse „Unlimited“ schaffen möchte, begeisterte das Pleidelsheimer Publikum. Die „Ah“ und „Oh“-Rufe seiner Bewunderer bekam er in den Lüften zwar nicht mit, doch nach der Landung suchten viele Besucher Kontakt zu ihm. Sie zollten ihm Respekt und Bewunderung, schauten den Einsitzer an und stellten viele Fragen.

„Kunstflug ist erfahrene Flugsicherheit. Man fliegt so präzise und gut, wie es das Material und der Kopf hergeben“, erklärte er, was für ihn die Faszination seines Sports ausmacht. Er betonte, dass der mentale Faktor sehr hoch sei.

Kunstflug konnten die Besucher zwar nur aus der Froschperspektive beobachten, doch bot sich bei Rundflügen mit Ultraleichtflieger, Tragschrauber und Motorsegler die Möglichkeit, selbst abzuheben. So mancher nutzte die gute Gelegenheit, Pleidelsheim und die Umgebung aus der Vogelperspektive zu betrachten. Andere bekamen schon beim Zuschauen ein mulmiges Gefühl in der Magengegend und behielten lieber Bodenhaftung.

Auch zwei Piloten mit Doppeldeckerflugzeugen waren zu Gast und demonstrierten ihre fliegenden Kisten im Formationsflug. Während sie angemeldet waren, landete ab und zu auch ein unerwarteter Gast auf dem Fluggelände. „Wer mit dem Flugzeug zum Fest kommt, wird von uns zu einer Wurst und einem Getränk eingeladen“, erzählte der Vorsitzende Michael Beutel. Natürlich zu einem alkoholfreien Getränk, schließlich müsse die Flugtauglichkeit gewahrt werden. Mit dem Festverlauf zeigte sich Beutel trotz des trüben Samstags sehr zufrieden. Die Zahl der Gäste am Sonntag machte die Veranstaltung zu einem Erfolg.

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