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Machbarkeitsstudie

Gartenschau rückt etwas näher

Nach einer gemeinsamen Sitzung haben die Gemeinderäte von Marbach und Benningen gestern Abend eine Machbarkeitsstudie für eine gemeinsame kleine Gartenschau in Auftrag gegeben und dafür 75 000 Euro zur Verfügung gestellt.

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So farbenfroh ging es bei der Eröffnung der Gartenschau 2013 in Sigmaringen zu. Auch diese Veranstaltung hatte das Überlinger Büro Planstatt Senner konzipiert, das jetzt für Marbach und Benningen eine Machbarkeitsstudie erstellen wird.Archivfoto: Felix Kästle/dpa

marbach/benningen. Den Zuschlag erhielt das in Überlingen ansässige Büro Planstatt Senner, das schon eine Vielzahl von Landesgartenschauen und kleinen Gartenschauen in Baden-Württemberg betreut hat. Nicht zuletzt die Erfahrung des Büros war ausschlaggebend; die beiden Verwaltungen hatten nur Planstatt Senner zur Abgabe eines Angebots aufgefordert. Dessen Chef Johann Senner hat gestern Abend auch die Gemeinderäte der beiden Kommunen weitgehend überzeugt. Nach einer Vorstellungsrunde für beide Gremien in der Benninger Kelter stimmten die Gemeinderäte in getrennten Sitzungen über den Zuschlag ab. In Benningen votierten die Gemeinderäte einstimmig dafür, Senner zu beauftragen. In Marbach fiel das Abstimmungsergebnis etwas differenzierter aus. Gegen die Beauftragung der Machbarkeitsstudie stimmten die beiden Puls-Stadträte; Hendrik Lüdke kündigte zudem an, einen Bürgerentscheid beantragen zu wollen. Außerdem nahmen die Marbacher Stadträte in ihren Beschluss die Vorlage eines Zeitplans auf, der auch geeignete Zeitpunkte für einen möglichen Ausstieg aus dem Projekt nennen soll.

Das Büro Senner, das mittlerweile Dependancen in Stuttgart und München unterhält, hat in den vergangenen 30 Jahren eine Vielzahl von Gartenschau-Bewerbungen im Land begleitet und auch zahlreiche Veranstaltungen konzipiert. Außerdem ist Planstatt Senner bereits in Marbach aktiv, und zwar bei der Neugestaltung der Oehlerkreuzung. In Benningen beschäftigt sich das Büro mit der Öffnung des Kelterplatzes zum Neckar hin, verfügt also bereits über Ortskenntnisse.

Johann Senner bestätigte den Gemeinderäten, dass die Kommunen durch ihre Lage am Neckar geeignet für eine Gartenschau seien. Er skizzierte in ersten groben Zügen Ansatzpunkte für eine erfolgversprechende Bewerbung, die da wären eine Anbindung der Marbacher Altstadt an den Neckar oder eine attraktivere Gestaltung der Krautgärten in Benningen. Er kann sich in ersten Visionen Gondeln oder eine Hängebrücke vorstellen, die die Neckar-aue mit der Schillerhöhe verbindet, sieht die Anlegestellen in beiden Kommunen als Voraussetzung für „smarte Mobilität“ mit dem Schiff. Grundsätzlich müsse die Gartenschau in beide Orte hineingetragen werden, dürfe sich nicht nur auf das Gelände am Neckar beschränken. Ebenso grundsätzlich gelte, dass eine Gartenschau nicht nur verschönern dürfe, „sie muss revitalisieren und nachhaltige Verbesserungen bringen“, so der Landschaftsarchitekt.

Zwei Jahre, vom Frühjahr 2018 bis 2020, will sich Senner Zeit für die Machbarkeitsstudie nehmen. In diesem Zeitraum soll aber schon die Bürgerbeteiligung beginnen, ohne die ein solches Unterfangen überhaupt keinen Sinn mache. „Das Konzept muss fetzig, zukunftsfähig und innovativ sein, die Bürger müssen einbezogen werden; außerdem müssen die Verwaltungen und Gemeinderäte ein gutes Rückgrat bilden“, so umriss Johann Senner die drei Säulen, auf die sich eine Bewerbung stützen müsse.

Er warb dafür, eine Gartenschau „nicht als Blümchenshow“, sondern als Impulsgeber für die Stadt- und und Landschaftsentwicklung zu sehen. „Das ist eine große, starke Lokomotive, die Waggons ziehen kann, von denen Sie jetzt noch gar keine Vorstellung haben.“

Klar ist: Wenn es zu einer Bewerbung kommt, dann für den Vergabezeitraum 2031 bis 2035. Senner sieht weder eine Konkurrenzsituation zu Ludwigsburg, das sich für die Ausrichtung einer Landesgartenschau bewerben will, noch zu Vaihingen, wo die Bewerbung für den Zeitraum 2026 bis 2030 bereits läuft.