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St. Petrus

Geburtstagsfest mit Bischof Fürst

Auf diesen Moment haben die Tammer Katholiken fast 25 Jahre gewartet: 1969 wurde ihre Kirche St. Petrus geweiht. Dieses besondere, 50-jährige Jubiläum wurde am Sonntag mit einem feierlichen Festgottesdienst gefeiert und mit Bischof Gebhard Fürst.

Bischof Gebhard Fürst ist in Tamm zu Besuch. Foto: Ramona Theiss
Bischof Gebhard Fürst ist in Tamm zu Besuch. Foto: Ramona Theiss

Tamm. „Ich kann mich gut an die Zeit erinnern, als die Pläne zum Neubau von St. Petrus konkret wurden und später damit begonnen wurde“, sagte Bischof Fürst. Das war gegen Ende der Studienzeit des Bietigheimers. Es sei ein Ort der Begegnung entstanden, an dem viele Anteil hatten. Es sei ein Haus, in dem jeder sein dürfe, wie er sei. „Jeder der kommt, ist hier willkommen.“ Kirche, das sei Heimat bei Gott, bei sich und untereinander.

Es waren die Flüchtlinge und Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg, die sich in der überwiegend evangelischen Gemeinde eine eigene, religiöse Heimat sehnsüchtig wünschten. Bis 1950 war Tamm eine Filiale der Seelsorgeeinheit Asperg. Damals lebten in Tamm etwa 700 Katholiken. Die Muttergemeine Bietigheim kaufte 1953 ein 19 Ar großes Grundstück im Neubaugebiet Kernäcker.

Ab 1959 ging ein Kirchenstiftungsrat über sieben Jahre lang geradezu betteln, um Geld für den Kirchenneubau zusammenzutreiben, steht in der aufwendig gestalteten Festschrift. 1,35 Millionen D-Mark sollte das Projekt kosten. Spatenstich war Ende November 1967, sieben Monate später die Grundsteinlegung und ein starkes Jahr danach Richtfest. Fast auf den Tag genau vor 50 Jahren, am 5. Oktober 1969 weihte Weihbischof Wilhelm Sedlmaier St. Petrus zur Kirche. Die Gemeinschaft der Katholiken war nunmehr auf 1600 Mitglieder gewachsen. Trotzdem sollte es noch fünf weitere Jahre dauern bis Tamm zur selbstständigen Kirchengemeinde erhoben wurde. Das war 1974.

Seither werden Doppeljubiläen zelebriert. Das Gebäude und die Orgel wurden mittlerweile ausgetauscht, beziehungsweise aufwendig saniert, die Gemeinde ist im Lauf der Zeit weiter gewachsen und übernahm in der Gesellschaft viele Aufgaben, wie Bürgermeister Martin Bernhard betonte. Lange Jahre seien die Katholiken mit ihren Gottesdiensten Gast in der Bartholomäuskirche gewesen, erinnerte der evangelische Pfarrer Christoph Bayer. Schon vor 30 Jahren wurde zusammen ein ökumenisches Gemeindezentrum gegründet. Für ihn sichtbarer Beleg dafür, dass aus gutem nachbarschaftlichem Verhältnis ein Miteinander geworden sei. „Unsere Gemeinde war und ist eine lebendige“, betonte die Kirchengemeinderatsvorsitzende Maria Bartik-Nitsche. Viele Menschen hätten daran gebaut. Auch durch ehrenamtliches Engagement.

„An so einem Tag hängen natürlich sehr viele Erinnerungen“ sagte Pfarrer Winfried Schmid. Dennoch müsse man darauf achten, was Kirche in internen und global schwierigen Zeiten heute ausmacht und sich auf das Innerste des Christentums besinnen.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst mit Stücken von Organistin Renate Holzknecht-Schill und dem Solisten Tenor Siegfried Straub sowie dem Musikverein Tamm. Zum Schluss eine Überraschung für den Bischof: Pastoralreferent Ludger Hoffkamp überreichte ihm ein Stethoskop als Geschenk, so wie das, alle Kommunionkinder bekommen. „Um auf das Herz zu hören.“

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