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schloss Kaltenstein

Hotel mit schöner Aussicht

Wahrzeichen soll nicht mehr verkauft, sondern verpachtet werden – Land hat Impulse aus Gastronomie

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Das Schloss Kaltenstein bekam 1734 sein heutiges Erscheinungsbild. Jetzt soll neues Leben in den markanten Bau einziehen.Foto: Alfred Drossel

Vaihingen. Schloss Kaltenstein macht seinem Namen derzeit alle Ehre. Es steht nämlich leer und ist kalt, seit das Christliche Jugenddorfwerk (CJD) nach mehr als sechs Jahrzehnten im Jahr 2014 ausgezogen ist. Zunächst war ein Verkauf im Gespräch. Doch jetzt hat das Land als Besitzer offensichtlich andere Pläne. Inzwischen suchen das Finanzministerium und das Amt für Vermögen und Bau in Ludwigsburg nämlich einen Pächter, der die Immobilie als Hotel mit Restaurant im Erbbaurecht betreibt. Es soll Interessenten geben.

Schloss Kaltenstein sei für Vaihingen ein sehr wichtiges Bauwerk, das auch durch seine Lage das Stadtbild präge, betont Bernd Hornickel, stellvertretender Leiter des Amts für Vermögen und Bau. Diese außergewöhnliche „Kulturliegenschaft“ für Menschen nachhaltig zu öffnen und erlebbar zu machen, sei für das Land ein wichtiges Ziel. Wenn dabei zugleich der Landeshaushalt mit Hilfe eines Betreibers entlastet werden könne, profitierten alle Seiten davon.

Hornickel bestätigte – mit dem Hinweis, dass im Finanzministerium die Fäden zusammenlaufen – dass es „Impulse“ aus der Gastronomie gebe, dass dieser Weg für Kaltenstein funktionieren könnte. Das Land unterstütze jedenfalls diese Impulse. Es wäre ein großer Mehrwert für Vaihingen, an diesem außergewöhnlichen Ort Veranstaltungen, Übernachtungen und regionale Küche anbieten zu können, sagt Hornickel. „Das würde die Gastronomie in der Region stärken und die Lebensqualität in der Stadt weiter erhöhen.“ Gegenwärtig wird im Finanzministerium an der Ausschreibung gearbeitet.

Das Land ist zu der Auffassung gekommen, „Kulturliegenschaften“ generell zu halten und zu öffnen, wenn passende Konzepte es ermöglichen. Deshalb sei dieser Weg besser als ein Verkauf. „Wir wollen jetzt untersuchen, wie sich das umsetzen lässt, und prüfen gerade eine entsprechende Ausschreibung für einen Hotel- und Gaststättenbetrieb im Erbbaurecht“, betont Bernd Hornickel. Das Gebäude bietet eine Grundfläche von 3500 Quadratmetern, hinzu kommt ein Grundstück von rund 7200 Quadratmetern.

Vaihingens Oberbürgermeister Gerd Maisch, der im Einzelnen bisher nicht eingebunden wurde, sieht die neue Entwicklung positiv. Er glaubt, dass Schloss Kaltenstein eine Zukunft hat. Schon früher hat der Oberbürgermeister abgewunken, dass die Stadt das Schloss kaufen könnte. Maisch sieht ein Potenzial für ein Hotel in einer gehobenen Kategorie, das auch Schulungen und Tagungen ermöglicht.