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Oberstenfeld

Junge noch in der Klinik – Peta will Hundeführerschein

Oberstenfeld. Der dreijährige Junge, der am Dienstagabend von einem Hund ins Gesicht gebissen und dabei schwer verletzt worden ist, wird nach Auskunft der Polizei noch immer im Krankenhaus behandelt. Derzeit befragt die Polizei die zahlreichen Zeugen des Vorfalls. Die Tierschutzorganisation Peta fordert inzwischen einen Führerschein für alle Hundehalter.

Wie berichtet, ist am Dienstag gegen 22 Uhr auf dem Radweg zwischen dem Freibad Oberstenfeld und Beilstein ein dreijähriger Junge von einem Hund angegriffen worden. Der Hund – 14 Monate alt, etwa kniehoch und 35 Kilo schwer – war mit einem 25-jährigen Radfahrer unterwegs. Laut Polizei war das Tier auf dem viel begangenen Weg an der Leine neben dem Radfahrer her gelaufen und hatte zunächst die Fußgängergruppe passiert, zu der auch das Kind gehört hat. Als der 25-Jährige auf dem Rückweg wieder an der Gruppe vorbeigefahren ist, „muss es irgend einen Vorfall gegeben haben“, sagt Polizeisprecher Peter Widenhorn. „Urplötzlich“ sei der Hund ausgebrochen, habe den Mann vom Rad gerissen und das Kind gebissen. Registriert ist das Tier als Mischlingshündin, daran gibt es aber inzwischen laut Polizei Zweifel.

Die Tierschutzorganisation Peta fordert unter dem Eindruck des Vorfalls „umgehend die Einführung eines Hundeführerscheins in Baden-Württemberg“. Einen solchen Sachkundenachweis verlangt das Land Niedersachsen seit 2013. Nach drei Jahren habe es „nachweislich weniger Vorfälle“ gegeben. Wer in München einen Hundeführerschein macht, spart ein Jahr die Hundesteuer, in Mannheim sogar zwei Jahre. „Viele Halter können ihre Vierbeiner nicht richtig einschätzen. Somit ist die wahre Ursache für Beißattacken bei ihnen zu suchen – nicht beim Tier. Dass die Hündin den Jungen ungehindert angreifen und schwer verletzen konnte, war fahrlässig und verantwortungslos“, heißt es bei Peta. (ann)