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Mineral-Parkfreibad

Kameras gegen Vandalismus

Nächtliches Schwimmen und Vandalismus im Freibad kommen immer wieder vor. In Besigheim will man das nicht länger hinnehmen: Jetzt wird geprüft, ob das Bad nachts mit Videokameras gesichert werden kann. In Bönnigheim wird der Außenbereich schon seit einigen Jahren überwacht.

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Besigheim/Bönnigheim/Löchgau. Zwei- bis dreimal im Jahr ist das Besigheimer Freibad von Vandalismus betroffen: Bänke liegen im Schwimmerbecken, Türen und Schränke werden aufgebrochen, Computer und Telefonanlagen zerstört. Keine Zahlen gibt es darüber, wie oft nachts heimlich im Freibad Abkühlung gesucht wird. Sicher ist aber, dass Unbekannte im Schutz der Dunkelheit öfter über die hohen Zäune klettern, um zu schwimmen. In Besigheim will man das nicht länger hinnehmen und prüft, ob das Freibad nachts videoüberwacht werden kann.

Nachdem das Thema in der vergangenen Gemeinderatssitzung von BMU-Stadträtin Miriam Staudacher angesprochen worden war, griff es jetzt CDU-Stadtrat Achim Schober erneut im Ausschuss für Umwelt und Technik auf. „Lässt es das Landesdatenschutzgesetz zu, dass wir das Freibad überwachen?“, wollte er wissen. Wie Ordnungsamtsleiterin Sabine Keller sagte, habe ihr Schober bereits Unterlagen zu diesem Thema zukommen lassen. Ihre Recherche habe dann ergeben, dass eine Videoüberwachung außerhalb der Öffnungszeiten möglich sei. Allerdings müsse noch geprüft werden, ob dafür eine Genehmigung beantragt werden müsse. Deshalb will sie sich jetzt mit dem Landesdatenschutzbeauftragten in Verbindung setzen. Wie Keller auf Nachfrage unserer Zeitung betonte, solle die Videoüberwachung erst dann eingeschaltet werden, wenn der letzte Bademeister das Freibad verlasse. „Also nur außerhalb der Öffnungszeiten“, machte sie deutlich, dass keinesfalls die Badegäste gefilmt werden sollen.

Bei Veranstaltungen wie dem Mitternachtsschwimmen oder Open-Air-Kino würden die Kameras damit auf jeden Fall aus bleiben. Man erhoffe sich ausschließlich, widerrechtliche Eindringlinge identifizieren zu können oder noch besser, sie gleich abzuschrecken. Denn auch vermeintlich kleinere Schäden können die Stadt teuer zu stehen kommen. „2000 bis 4000 Euro sind da schnell zusammen“, sagt der Erste Beigeordnete der Stadt, Klaus Schrempf.

Eine Anlage zur Videoüberwachung hätte sich da vermutlich recht schnell rentiert. Noch völlig unklar ist allerdings, wo diese angebracht werden könnte – überwacht werden müsste aber insbesondere das Schwimmerbecken, so Schrempf. Der Besigheimer Schwimmmeister Markus Hüglin steht den Überlegungen zwiespältig gegenüber. Ihm wäre lieber, wenn man auf eine Videoüberwachung verzichten könnte. „Immer mehr Überwachung ist eigentlich nicht der richtige Weg“, sagt er auf Nachfrage unserer Zeitung. Doch er sieht auch die Notwendigkeit, auf den Vandalismus zu reagieren. In diesem Jahr habe es einen Vorfall gegeben, bei dem eine Videoüberwachung sinnvoll gewesen wäre.

Und wie sieht es in den anderen Freibädern im nördlichen Landkreis aus? „In Bönnigheim gibt es außerhalb der Öffnungszeiten bereits seit einigen Jahren eine Videoüberwachung im Außenbereich“, erzählt Achim Heberle, Leiter des Fachbereichs Finanzen und Liegenschaften. Nachdem in der vergangenen Saison eingebrochen wurde, werde jetzt auch der engere Kassenbereich nachts überwacht.

Im Löchgauer Freibad hat es noch keine nächtlichen Vorfälle gegeben, erklärt Bürgermeister Robert Feil. Deshalb sehe man momentan auch keine Notwendigkeit für eine Überwachung.