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Verkehr

Kein Unfallschwerpunkt an L.1100

Der tödliche Unfall Anfang des Monats an der Einmündung Steinbeis-straße auf die Landesstraße 1100 zwischen Murr und Großbottwar hat wieder die Diskussionen entfacht: Viele Autofahrer fühlen sich beim Einbiegen unsicher und fordern eine Ampel oder einen Kreisverkehr.

Die Einmündung von der Steinbeisstraße in die L 1100.Archivfoto: H. Wolschendorf
Die Einmündung von der Steinbeisstraße in die L 1100. Foto: H. Wolschendorf

Steinheim. Häufig halten sich die Autofahrer auf der L.1100 nicht an die an dieser Stelle vorgeschriebene Geschwindigkeit von 70 Stundenkilometern oder es herrscht zu den Hauptverkehrszeiten so viel Verkehr, dass das Einbiegen erschwert wird. Bei dem Unfall Anfang des Monats wollte der 72-Jährige mit seinem Auto von der Steinbeisstraße in die L.1100 einbiegen. Dabei achtete er vermutlich laut Polizeibericht nicht auf den BMW eines 27-Jährigen, der von links kommend an die Kreuzung heranfuhr und Vorfahrt hatte. Die beiden Fahrzeuge stießen zusammen, der 72-Jährige verstarb noch an der Unfallstelle.

Bereits 2016 hatte sich hier ein tödlicher Unfall ereignet, allerdings von der Landesstraße her kommend. Ein 76-Jähriger war Beifahrer in einem Wagen, an dessen Steuer eine 68-jährige Frau saß. Die beiden kamen aus Großbottwar und wollten an der Kreuzung nach links in die Steinbeisstraße abbiegen. Dabei übersah sie offenbar den entgegenkommenden Wagen einer 52-Jährigen und prallte mit ihm zusammen. Der 76-Jährige verstarb noch am Unfalltag im Krankenhaus.

Die Einmündung sei dennoch kein Unfallschwerpunkt, betont ein Sprecher der Polizeidirektion Ludwigsburg auf Nachfrage. Seit Anfang 2016 haben sich an dieser Stelle 14 Unfälle ereignet, davon zwei tödliche Unfälle, einer mit einem Leichtverletzten und drei mit erheblichem Schaden, die anderen mit geringerem Blechschaden. In sechs Fällen waren Fehler beim Abbiegen von der Landesstraße in die Steinbeisstraße die Ursache, bei den anderen acht Fällen wurde die Vorfahrt der Fahrzeuge auf der Landesstraße 1100 beim Einbiegen von der Steinbeisstraße verletzt. Zwei Unfälle ereigneten sich bis jetzt 2019, einer davon war der tödliche. Menschliche Unzulänglichkeit sei also die Hauptursache der Karambolagen, sagt der Sprecher. Er wohnt selbst in Steinheim, hält den Einmündungsbereich für übersichtlich – und zwar in beide Richtungen. Die Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 Stundenkilometer sei ausreichend, auch der 27-jährige BMW-Fahrer hat sich wohl an die Geschwindigkeitsvorgabe gehalten. Eine Ampel an der Einmündung hält er deshalb nicht für notwendig. „Man muss mit Sorgfalt auf die Landesstraße fahren“, sagt der Sprecher, der die Einrichtung einer Stopp-Stelle aber durchaus für sinnvoll hielte. Er selbst bremse immer an dieser Stelle ab. Gefordert werde häufig auch ein Kreisverkehr an dieser Stelle.

Aufgrund des tödlichen Unfalls wird sich Ende Juni die Unfallkommission, bestehend aus Verkehrsbehörde, Polizei und Straßenbau, die Verkehrssituation an der L 1100/Steinbeisstraße nochmals anschauen, sagt ein Sprecher des Landratsamtes. Dabei wird diskutiert, ob überhaupt und wenn, mit welchen Maßnahmen die Verkehrssicherheit an der Kreuzung verbessert werden kann. Inwiefern ein Kreisverkehr realisierbar wäre, könne zum jetzigen Zeitpunkt ohne vorherige Prüfung nicht gesagt werden.

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