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Einzelhandel

Ludwigsburg bleibt Kundenmagnet

Einkaufszentren auf der grünen Wiese bringen Spitzenplätze – Gerlingen wohlhabendste Kommune in der Region

Die Breuninger-Einkaufszentren in Ludwigsburg und Sindelfingen schrauben die Summe der Einzelhandelsumsätze in beiden Städten nach oben. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Die Breuninger-Einkaufszentren in Ludwigsburg und Sindelfingen schrauben die Summe der Einzelhandelsumsätze in beiden Städten nach oben. Foto: Holm Wolschendorf

Stuttgart/Ludwigsburg. Nach Stuttgart zum Einkaufen fahren, ist für viele Menschen aus der Region eine beliebte Wochenendbeschäftigung. Demzufolge erwartet die Landeshauptstadt 2019 mit 5,3 Milliarden Euro die mit Abstand höchsten Einzelhandelsumsätze vor der Stadt Ludwigsburg mit gut einer Milliarde und Sindelfingen mit 740 Millionen Euro.

Doch setzt man die Zahlen in Relation zur Einwohnerzahl, laufen Ludwigsburg und Sindelfingen der großen Nachbarin den Rang ab. Wie aus der neuen Kaufkraftanalyse der Industrie- und Handelskammer Region (IHK) Stuttgart hervorgeht, liegen beide Städte dann unter allen Städten der Region mit mehr als 10.000 Einwohnern an der Spitze. In Sindelfingen werden der IHK-Studie zufolge in diesem Jahr 11.412 Euro pro Kopf umgesetzt, in Ludwigsburg 10.900 Euro. Auf dem dritten Platz folgt Backnang, während Stuttgart nur auf Platz 7 kommt. Mit Bietigheim-Bissingen ist eine weitere Stadt unter den Top Ten vertreten.

Ganz vorne liegen Sindelfingen und Ludwigsburg auch, wenn es darum geht, Kunden aus dem Umland anzuziehen. Die IHK-Studie misst diesen Effekt mit einer sogenannten Zentralitätskennziffer. Die gibt an, um wie viel Prozent der Umsatz der Einzelhändler die in der Stadt vorhandene Kaufkraft übersteigt. Demnach wird in Sindelfingen fast 72 Prozent mehr Umsatz generiert als vor Ort vorhanden ist; in Ludwigsburg sind es über 65 Prozent. Stuttgart kommt auf eine Zentralitätskennziffer von 120, das ist also ein Plus von 20 Prozent. Das ist im Vergleich zu den Mittelstädten wenig, reicht aber im bundesweiten Großstadt-Vergleich zu Platz 3 hinter Nürnberg und Hannover. Metropolen wie Berlin, Hamburg und München ziehen prozentual deutlich weniger Kaufkraft aus ihrer Nachbarschaft an.

Die starke Sogwirkung in Sindelfingen und Ludwigsburg lässt sich zum größten Teil mit einem Wort erklären: Breuningerland. Die beiden Einkaufszentren gleichen Namens auf der grünen Wiese mit den darum herum angesiedelten großflächigen Fachmärkten schrauben die Summe der Einzelhandelsumsätze in beiden Städten in die Höhe. Darüber hinaus führt die IHK aber auch als Grund an, dass in einigen Fällen das Umland mit Einkaufsmöglichkeiten unterversorgt sei.

Ungleich in der Region verteilt sind nicht nur die Läden, sondern auch die Finanzen der Haushalte. Doch auch da schneidet der Landkreis Ludwigsburg im regionalen Vergleich gut ab. Gerlingen ist die Stadt mit der höchsten Pro-Kopf-Kaufkraft in der Region Stuttgart. Sie liegt bei über 9300 Euro. Schwieberdingen als Nummer zwei liegt mit 8679 Euro auf Platz 2 schon deutlich zurück.

Mit Korntal-Münchingen (Platz 5), Tamm (6) und Remseck (7) gehören drei weitere Kommunen aus dem Landkreis Ludwigsburg zu den wohlhabendsten in der Region. Dennoch schafft es der Kreis insgesamt bei der „einzelhandelsrelevanten Kaufkraft“ nur auf den dritten Rang hinter dem Kreis Böblingen und der Stadt Stuttgart.

Die Abstände sind allerdings gering. Während im Kreis Böblingen statistisch gesehen 7952 Euro im Einzelhandel pro Kopf und Jahr ausgegeben werden, sind es in Stuttgart 7900 und im Kreis Ludwigsburg 7805. Ausgaben fürs Auto, einschließlich Treibstoff, für Brennstoffe und Arzneimittel sind dabei nicht eingerechnet.

Info: Die gesamte Studie ist online unter www.stuttgart.ihk.de/einzelhandel verfügbar

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