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Nahverkehr 

Mehr kostenlose Plätze für Park+Ride-Nutzer

Der Verband Region Stuttgart hat gestern knapp 5,2 Millionen Euro locker gemacht, um weitere kostenlose Park+Ride-Plätze zu schaffen. Auch der Kreis Ludwigsburg profitiert davon. Zu den schon jetzt 1521 Plätzen kommen noch einmal 785 Plätze von Kirchheim bis Ditzingen hinzu. 

Vollgeparkt: Der Park+Ride-Platz in der Marbacher Kirchenweinbergstraße. Die Region will diese Stellplätze nun übernehmen. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Vollgeparkt: Der Park+Ride-Platz in der Marbacher Kirchenweinbergstraße. Die Region will diese Stellplätze nun übernehmen. Foto: Holm Wolschendorf

Kreis Ludwigsburg. „Das ist ein wichtiger Schritt für die Pendler in der Region Stuttgart“, freute sich Dr. Jürgen Wurmthaler, als er den Regionalräten im Verkehrsausschuss die Vorschläge zur Förderung der P+R Plätze vorlegte. Schon im vergangenen Jahr hatte die Region unter anderem mit Vaihingen, Sersheim und Remseck vereinbart, die 1521 Stellplätze an den dortigen Bahnhalten zu übernehmen. Davon sind 242 neu – Vaihingen hat mit der Erweiterung des Parkhauses am Bahnhof schon begonnen. Die Plätze bleiben kostenfrei und sind für die kommenden 20 Jahre unter der Ägide der Region gesichert.

Jetzt folgen 14 weitere Standorte in der Region, darunter Ludwigsburg, Kirchheim am Neckar, Kirchberg, Marbach und Ditzingen. Wichtigster Baustein dabei ist die Stadt Ludwigsburg, die im Zuge des ÖPNV-Ausbaus plant, eine Mobilitätsdrehscheibe im Westen der Stadt zu schaffen. Dort soll eine P+R-Anlage für 400 Plätze entstehen, die die Region mit 1,8 Millionen Euro fördern wird.

Die Regionalräte wollen ihr Programm in der ganzen Region ausrollen. Deshalb kommt Kirchheim eine hohe Bedeutung zu – aufgrund der Lage an der Grenze zum Landkreis Heilbronn und als erste Haltestelle für Regionalzüge innerhalb des Verbundgebiets des VVS. Hier gibt es derzeit 161 noch kostenpflichtige Stellplätze. Mit Abschluss einer Vereinbarung über die Einbindung der dortigen P+R-Anlage würden diese allerdings kostenlos.

Im Westen des Tarifgebiets sollen auch die 43 Parkplätze in Kirchberg in die regionale P+R-Förderung integriert werden. Der Gemeinderat überlegt derzeit, ob fünf weitere Stellplätze geschaffen werden. Die P+R-Anlage in Marbach gehört der DB Station.&.Service. Die Bahn bewirtschaftet auch die 182 Stellplätze westlich der Bahngleise. Die Stadt Marbach betreut 62 Plätze am Bahnhofsvorplatz – für alle wird eine Gebühr erhoben. Marbach kann sich vorstellen, ihre 62 Plätze in den regionalen Topf einzubringen. Die P+R-Anlage in Ditzingenverfügt insgesamt über 268 kostenpflichtige Stellplätze, 108 davon in einem Parkhaus. Die restlichen in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes. Die Stadt beabsichtigt, die Parkhausplätze an die Region zu übertragen. Auch die übrigen können für die nächsten 20 Jahre gesichert werden.

Ziel ist es, dass die Nutzer in Zukunft keine Parkgebühren zahlen müssen. Dies geht nur, wenn sich die Region entsprechend finanziell engagiert. Darin sind sich die Regionalräte einig, wenngleich Eva Mannhardt (Grüne) die Frage stellte, ob „das in Marbach und Ludwigsburg unbedingt kostenlos sein muss“. Offen ist zudem, wie in Zukunft kontrolliert werden kann, ob dort nur S-Bahnnutzer parken – etwa per Schranke oder mit einem eigenen Parkticket. Ditzingens Oberbürgermeister Michael Makurath empfahl: „Lassen Sie uns beginnen und dann für alle gleiche Lösungen finden.“

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