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Ehrung

Mona Schneider ist wieder die Beste

Zum dritten Mal ist die 46-Jährige von den Fahrgästen zur Busfahrerin des Jahres im Kreis Ludwigsburg gewählt worden. Bei einer kleinen Feier gab es aber nicht nur viel Lob für ihre Fahrweise und Freundlichkeit.

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Mona Schneider aus Hemmingen ist zum insgesamt dritten Mal Busfahrerin des Jahres im Kreis Ludwigsburg.Foto: Holm Wolschendorf

Ditzingen/Hemmingen. „Sie schon wieder!“ Nein, charmant ist diese Begrüßung von VVS-Geschäftsführer Horst Stammler eigentlich nicht, als er Mona Schneider die Hand schüttelt. Aber dennoch passend. Denn die 46-Jährige aus Hemmingen ist zum zweiten Mal hintereinander von den Fahrgästen zur Busfahrerin des Jahres im Kreis Ludwigsburg gekürt worden – und erhielt die Auszeichnung zum insgesamt dritten Mal, eine Premiere in der Geschichte des Wettbewerbs.

Ihn gibt es seit 15 Jahren, um die Aufmerksamkeit auf den laut Stammler „sauschweren Beruf“ zu lenken. Denn die Fahrer müssten nicht nur körperlich fit sein und gut und sicher fahren, sondern auch freundlich und kompetent im Umgang mit den Fahrgästen, mal lärmende Schulkinder, mal Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder solche, die nicht mehr ganz nüchtern seien. Und natürlich den Fahrplan einhalten. Mona Schneider, laut Stammler „das sympathische Gesicht des ÖPNV in der Region“, biete aber noch mehr: Sie animiere die Fahrgäste auch mal zum Seilspringen, ergänzt ihr Chef Horst Windeisen, Geschäftsführer von Omnibus-Verkehr Ruoff, der auch die Strohgäubahn betreibt. Sehr stolz sei er auf sie, und versucht, die Männer anzustacheln. „Das kann doch nicht sein, dass immer nur eine Frau gewinnt“, sage er zu ihnen.

Noch dazu eine, die noch gar nicht so lange Bus fährt. Denn die 46-Jährige arbeitete bis vor zehn Jahren noch als pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte. Die Begeisterung für große Fahrzeuge, die sie nie losgelassen habe – auch weil ihr Vater in der alten Heimat Rumänien denselben Beruf hatte –, habe sie dann in die Tat umgesetzt. „Mir gefällt auch die Herausforderung, ob man mit dem Bus überall durchkommt“, sagt sie, wenngleich sie ebenso anmerkt, dass die Aggressivität im Straßenverkehr allgemein zunehme. Vor allem aber habe sie gerne Kontakt mit anderen Menschen. Nur kurz währte deshalb ihre Zeit mit der Strohgäubahn, weil OVR für deren Betrieb mehr Fahrer haben wollte. „So gar kein Kontakt mit den Fahrgästen, das war nicht so meins“, sagt die Mutter von zwei erwachsenen Töchtern. Und wenn die Passagiere schon verärgert einsteigen, weil sie zu spät dran sind? Das sei vor allem im ländlichen Gebiet nicht ganz so schlimm, die Menschen gelassener, weiß Schneider, deren Einsatzgebiet von Ditzingen bis Vaihingen, von Feuerbach bis Leonberg reicht. „Und ansonsten immer lächeln und nichts anmerken lassen“, sagt sie, während sie wieder lächelt.

Doch auch die nun Geehrte verteilt an diesem Nachmittag Komplimente. Die Umgestaltung des Ditzinger Bahnhofs sei gelungen, vor allem, weil sie nun eine Einkaufsmöglichkeit habe, wenn er mal auf ihrer Route liegt („Jede Woche eine andere Linie, sonst wird’s langweilig.“). Und auch die Fahrgäste profitierten, weil sie kürzere Wege hätten, ergänzen Windeisen und Ulrich Bahmer, Bürgermeister von Ditzingen. Der Umstieg zwischen den einzelnen Verkehrsmitteln, von Fahrrädern über Busse und Bahnen wie auch zu Carsharing-Autos werde erleichtert, Ende 2020 soll alles fertig sein, diesen Herbst werde der symbolische Spatenstich für den zweiten Bauabschnitt sein. „Wir haben wenige Zentrale Omnibusbahnhöfe dieser Qualität im VVS-Gebiet“, lobt auch Stammler, deshalb sei dieser als Ort für die kleine Feier ausgewählt worden.

Für ihre Leistungen erhielt Mona Schneider unter anderem Sekt, ein Buch über die Geschichte von OVR, sowie erneut eine Urkunde, ein Wimpel, Gutscheine fürs Stuttgarter Theaterhaus und einen Restaurantbesuch zu zweit. Ginge es nach Bahmer, könnte man die Gratulationsfeier 2019 wiederholen. Dann könnte es vielleicht auch Mona Schneider sein, die zur Begrüßung sagt: „Schon wieder.“