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Nächtliche Protestaktion auf Reaktorkuppel

Heizrohr-Risse in Dampferzeugern des GKN II – Atomkraftgegner kritisieren Verharmlosung seitens EnBW und Umweltministerium

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Einen Schriftzug haben Atomkraftgegner auf die Kuppel des GKN II projiziert.Foto: Alfred Drossel

Neckarwestheim. Mit einer Licht-Projektion auf die Reaktorkuppel von GKN II haben Atomkraftgegner von Donnerstagabend bis Mitternacht auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht: „Wir flicken bis zum Super-GAU – EnBW“ war zu lesen.

Die Aktion war nicht angekündigt und löste auch keine Polizeireaktion aus. Aktivisten der Anti-Atom-Organisation „Ausgestrahlt“, die von Mitgliedern der örtlichen Protestgruppen unterstützt wurden, hatten in 560 Meter Abstand zum Reaktor einen Projektor aufgebaut, mit dem sie den Schriftzug projizierten. Vor Jahren schon hatten Aktivisten von Robin Wood eine ähnliche Aktion veranstaltet.

Diesmal richtete sich der nächtliche Protest gegen die Mängel im Dampferzeugersystem des Kraftwerks (wir berichteten mehrfach). Hauptkritikpunkt: Mehr als 100 Heizrohre der Dampferzeuger weisen „gravierende Schäden“ auf – und nicht, wie zunächst von der Betreiberin EnBW verkündet, einzelne. Die Risse verlaufen ringförmig um die Rohre. Die Gefahr, dass derart beschädigte Rohre abreißen, sei besonders groß, so die Kritiker. Der Schriftzug auf der Kuppel sollte aufzeigen, dass die Schäden von EnBW und baden-württembergischem Umweltministerium verharmlost würden. Sie würden das Ausmaß der Schäden deutlich unterschätzen, sagen die Kernkraftgegner.

Und: Solange nicht sicher ausgeschlossen werden könne, dass es zu weiteren Rissen im Reaktor kommt, dürfe der Block II nicht wieder ans Netz gehen.