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Porsche erweitert Lagerflächen

In Freiberg entsteht derzeit ein Logistikstandort für das neue Elektrofahrzeug „Mission E“ – Verkaufsstart im nächsten Jahr

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Richtfest im Freiberger Gewerbegebiet Neckar: Bis Anfang 2019 errichtet der Investor Segro Germany einen Logistikstandort, von dem aus die Porsche Logistik GmbH 1200 Teile für die Produktion des Elektrofahrzeugs „Mission E“ nach Zuffenhausen liefern wird.Foto: Holm Wolschendorf

Freiberg. Porsche hatte schon 2015 auf der Frankfurter IAA den Einstieg in das Zeitalter der Elektromobilität angekündigt. Im zweiten Halbjahr 2019 soll die „Mission E“ nun auf den Markt kommen, das erste rein elektrisch betriebene Fahrzeug des Stuttgarter Autobauers mit einem 600 PS starken Motor. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 250 Stundenkilometern angegeben, die Reichweite einer komplett aufgeladenen Batterie soll bei 500 Kilometern liegen.

Die Produktion dieses Zukunftsprojekts hat Porsche bewusst am Traditionsstandort Zuffenhausen angesiedelt. Dort entsteht derzeit eine „Fabrik in der Fabrik“ mit Produktionsgewerken wie Karosseriebau, Lackiererei, Montage sowie Fertigungseinrichtungen für Achsen und Elektroantriebe. Nach Angaben der Porsche-Pressestelle investiert der Konzern rund 700 Millionen Euro in den umfassenden Ausbau des Werksgeländes.

Standort mit bis zu 150 Mitarbeitern

In Freiberg wächst momentan ein Außenstandort. Von hier aus sollen künftig bis zu 150 Mitarbeiter die produktionsnahe Versorgung des Stammwerks Zuffenhausen bei der Fertigung der „Mission E“ sicherstellen. Gestern fand das Richtfest im Gewerbegebiet Neckar statt. Der Spatenstich erfolgte zu Jahresbeginn. Bis Ende Januar, spätestens bis Mitte Februar 2019 entsteht hier ein Logistikzentrum mit mehr als 11 000 Quadratmetern.

Bauherr ist die Firma Segro Germany. Der in Düsseldorf ansässige Investor wird den Komplex ab Jahresende an die Porsche Logistik GmbH vermieten. Aufgrund des schwierigen Zuschnitts des weitläufigen Areals an der Marbacher Straße und der über das Grundstück verlaufenden Stromtrasse sei man sich bei Segro zunächst „nicht ganz einig über ein Engagement“ gewesen, meinte André Wolters, Logistik-Chef von Segro Germany, als er die Gäste des Richtfests begrüßte. Nach mehreren Treffen in Zuffenhausen und diversen Terminen mit Vertretern der Freiberger Stadtverwaltung habe sein Unternehmen beschlossen, einen langfristigen Mietvertrag mit Porsche Logistik zu unterzeichnen.

Ausdrücklich lobte Wolters die Zusammenarbeit mit dem Freiberger Rathaus. Er selbst habe zwar nicht an den Verhandlungen teilgenommen, nach Rückmeldungen seiner Mitarbeiter habe er aber den Eindruck, „dass da eine gute Mannschaft am Werk ist“.

In der Vergangenheit verfügten bereits Varianten der Porsche-Modelle „Panamera“ und „Cayenne“ über Hybrid-Antriebe. Mit dem ersten reinen Elektrofahrzeug wollen die Stuttgarter jetzt nach eigenen Angaben ein neues Kapitel in der Geschichte der Sportwagengeschichte und Automobilproduktion aufschlagen. Dieses Vorhaben bedeutet auch mehr Verkehr für das ohnehin schon staugeplagte Freiberg. Nach Angaben von Marc Lösken von Porsche Logistik werden nach Inbetriebnahme des neuen Logistikzentrums ab Mai 2019 zusätzlich etwa fünf Lastwagen pro Stunde durch die Stadt rollen.