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Protest und Unruhe im Kirbachtaler Fachwerkidyll

Ihren Unmut über die Verkehrssituation im Kirbachtal bringen mehr als 300 Ochsenbacher auf einer Demonstration zum Ausdruck. Sie fordern die Behörden auf, endlich zu handeln. Ihre Kernforderung ist, den Schwerlastverkehr durch die engen Ortsstraßen zu verbieten.

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Erstmals gehen die Ochsenbacher Bürger in ihrer über 800-jährigen Ortsgeschichte demonstrierend auf die Straße.Foto: Alfred Drossel

sachsenheim. „Ochsenbach schreibt Geschichte“, stellte Dieter Köstlin von der Verkehrsinitiative bei der Kundgebung auf dem Dorfplatz am Montagabend unter dem Beifall von mehr als 300 Bürgern aus Ochsenbach und Spielberg fest. Versammlungsleiter Karl-Heinz Böckle formulierte Forderungen, andere Sprecher machten mit harten Worten deutlich, dass sie die gefährliche Situation in der Dorfstraße nicht mehr hinnehmen wollen.

„Wir haben die Nase voll von den vielen Schwerlastern, die auf unsere Gehwege fahren, die Sicherheit unserer Kinder gefährden, Dachrinnen und die Außenspiegel unserer Autos abreißen, Lärm verursachen und die Lebensqualität im Ort mindern“, sagte Köstlin. Als er Bürgermeister Horst Fiedler für sein Fehlen entschuldigte, wurden Buhrufe laut. Mütter von Kindergartenkindern beklagten, dass alle Ochsenbacher Forderungen von den Verkehrsbehörden abgeschmettert wurden. „Wir lassen unseren Ort nicht kaputtfahren. Unsere Geduld ist am Ende“, sagten die Frauen. „Wir haben Angst um unsere Kinder“, betonte eine Mutter. Christian Urban sieht die Verkehrssituation nicht nur als Ochsenbacher Problem. Das ganze Kirbachtal sei betroffen. Deshalb sei der Protest keine Sankt-Florians-Aktion. Der Verkehr dürfe nicht nach Spielberg verlagert werden. Etwa 80 Spielberger hatten sich der Protestaktion angeschlossen.

Bettina Hummel verlas eine Grußadresse von Schulleiter Rainer Graef von der Kirbachschule. Die Ortsdurchfahrten im Kirbachtal seien Schwachstellen. Die Sicherheit der Schulkinder müsse im Vordergrund stehen. Fabian Köstlin appelliert an die Solidarität. „Wir dürfen uns nicht ausspielen lassen“, sagte er. Ziel sei es, gemeinsam zu handeln. Köstlin kündigte ein Treffen der Ortschaftsräte an, bei dem Forderungen beschlossen werden sollen.

Am frühen Montagabend bewegte sich der Demonstrationszug über die Dorfstraße in die Güglinger Straße. Die Demonstranten trugen Plakate mit, auf denen zu lesen stand: „Wir wollen Sicherheit“, „Nicht rasen auf unseren Straßen“ und „Dobrindts Maut hat das Kirbachtal versaut“. Kinder forderten „Schwerlastverkehr raus“. Es wurde getrommelt und gepfiffen. Zwei Polizeibeamte regelten den Verkehr. Autofahrer, darunter auch Lastzüge, mussten Wartezeiten in Kauf nehmen.

Die Ochsenbacher haben vor einiger Zeit eine Initiative gegründet. Sie ärgert es, dass alle Anträge auf Verkehrsberuhigung oder Umleitungen bislang vom Landratsamt abgelehnt worden sind. Der Stadt werfen sie vor, dass sie um Gegenmaßnahmen bittet, sie aber nicht fordert. Böckle ist überzeugt, dass gemeinsam viel zu bewegen sei. „Wir werden für unsere Ziele kämpfen.“ Ortsvorsteher Rainer Weiß steht voll hinter den Forderungen seiner Bürger. Der langjährige Ortsvorsteher Horst Becker zeigte sich beeindruckt vom Protest in Ochsenbach.