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Engelbergtunnel

Schilderbrücke schwebt nachts ein

Bauwerk ist Teil eines neuen Konzepts von 24 Verkehrzeichenbrücken auf der A 81 – Gesamtkosten bei neun Millionen Euro

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54 Meter lang und 36 Tonnen schwer: Die Schilderbrücke schwebt um kurz nach 3 Uhr vor dem Engelbergtunnel über alle Fahrbahnen hinweg heran.Fotos: Alfred Drossel
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gerlingen. Es ist kurz vor drei Uhr in der Nacht, als der Motor eines 400-Tonnen-Autokrans aufheulte und die 54 Meter lange Schilderbrücke anhob, und passgenau auf ihre Konsolen, links und rechts der Autobahn, hievte. Unmittelbar vor dem Nordportal des Engelbergs überspannt jetzt die Stahlbrücke mit Verkehrszeichen und Lichtzeichenanlagen die Fahrbahnen beider Richtungen. Die Autobahn war mehrere Stunden lang komplett gesperrt.

Die Arbeiten in der Nacht auf Mittwoch sind Teil der Erneuerung der Verkehrstechnik um den Engelbergtunnel an der A 81 für neun Millionen Euro, die der Bund finanziert. Unter anderem werden die 24 Verkehrszeichenbrücken vor und die neun im Tunnel ausgetauscht und durch neue ergänzt. Alle Bauwerke werden mit LED-Verkehrszeichen ausgestattet. An den Tunnelportalen sind außerdem Schranken vorgesehen, die es bei einem Brandereignis im Tunnel möglich machen, die beiden Einfahrten sofort zu sperren.

Mit der neuen Verkehrstechnik und deren Verknüpfung mit den vorhandenen Streckenbeeinflussungsanlagen auf der A 8 und A 81 werde es zukünftig möglich sein, schneller und besser auf unterschiedliche Verkehrssituationen zu reagieren, erklärt Wladimir Hahnstein vom Baubüro des zuständigen Stuttgarter Regierungspräsidiums. Die neue Verkehrstechnik sei zudem so geplant worden, dass die Verkehrsführungen der 2019 beginnenden Sanierung des Engelbergbasistunnels ebenfalls umgesetzt werden könnten.

Seit Beginn der Bauarbeiten an der A 81 im Februar 2018 wurden bereits alle neun Verkehrszeichenbrücken im Tunnel errichtet. Das gilt auch für einen Großteil der Verkehrszeichenbrücken außerhalb, mit den jüngsten Arbeiten in der Nacht geht es auf den Schlussspurt zu. Die zweite große Brücke, die alle Fahrbahnen der A 81 in einem Zug überspannen wird, soll im November am Südportal eingesetzt werden. Dann gibt es auch wieder eine Sperrung beider Röhren. Zudem wird je einmal nur eine der beiden Röhren dicht sein, wie es das in den vergangenen Wochen häufiger gegeben hatte – doch auch das hatte teils noch um Mitternacht zu Staus vor allem in der Leonberger Innenstadt geführt. Die Verkehrsteilnehmer waren jeweils an den Anschlussstellen Stuttgart-Feuerbach und Leonberg-West ausgeleitet und auf die offizielle Umleitungsstrecke über die Bundesstraße 295 durch Ditzingen und das Leonberger Zentrum geschickt worden.

Und dann werden sich auch wieder Schwerlasttransporter auf den Weg machen. Sie hatten am Dienstagabend die beiden Teile der 54 Meter langen Schilderbrücke aus dem Werk in Österreich bis ans Nordportal des Engelbergbasistunnels transportiert. Insgesamt besteht der Stahlkörper aus fünf Brückenteilen. Die Endmontage der Verkehrszeichenbrücke erfolgte unmittelbar vor dem Tunnelportal.

Es dauerte Stunden, mit rund 40 Schrauben die beiden Teile zusammenzufügen. Monteure hatten bis dahin die beiden Konsolen links und rechts der Autobahn vorbereitet. Es ist ein massives Bauteil, das um die 700 000 Euro gekostet hat. Die Rauchschutzwand am Portal hat eigens für diese Brücke einen Einschnitt bekommen. Erst als alle Einzelteile vollständig zusammengesetzt waren – dazu gehörten auch Geländer der später begehbaren Brücke –, konnte der Kran die 36 Tonnen an den Haken nehmen.