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Schülercafé stößt an Kapazitätsgrenze

Beliebte Anlaufstelle für Friedrich-Schelling-Schüler in der Mittagspause – Joscha Weber berichtet im Gemeinderatsausschuss

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Beliebter Treffpunkt in der Mittagspause: das Schülercafé der Friedrich-Schelling-Schule. Foto: Alfred Drossel

Besigheim. Dass Joscha Weber mit den Kindern und Jugendlichen der Friedrich-Schelling-Schule gerne nach draußen in die Natur geht, hat der Schulsozialarbeiter in seinem bebilderten Bericht, den er nun im Verwaltungsausschuss im Gemeinderat präsentiert hat, eindrucksvoll verdeutlicht. Doch der Schulalltag spielt sich natürlich vor allem drinnen ab. In den kalten Monaten verbringen die Schüler zudem auch ihre Mittagspausen im Gebäude. Und dann tummeln sich laut Weber mehr als 200 Kinder und Jugendliche in der Gemeinschaftsschule. „Das Schülercafé ist im Regelfall gerammelt voll“, sagte Joscha Weber über die Einrichtung im Untergeschoss des Neubaus. „Der enge Raum ist eine Herausforderung, der wir uns immer wieder stellen müssen.“

Das Schülercafé hat montags bis donnerstags von 12.20 bis 14 Uhr geöffnet. Es gibt Snacks zu kaufen, mitgebrachtes Essen kann aufgewärmt werden. Die Jugendbegleiterinnen übernehmen den Thekendienst, zwei Lehrer haben Aufsicht und Joscha Weber ist als Ansprechpartner vor Ort. Es kann dort allerdings auch gelernt und vorm Nachmittagsunterricht entspannt werden.

Wobei: Ruhe und Erholung finden die Schüler dort eher nicht. Zwar ist mittlerweile das Untergeschoss umgebaut und das Verkaufsbistro auf den Flur verlegt worden, um mehr Platz im Zimmer des Schülercafés zu schaffen. Aber in der Mittagspause wird es dennoch eng. Weber: „Es ist nicht angenehm, aber damit müssen wir derzeit leben.“

Eine Lösung für das Problem habe man momentan wirklich nicht. „Es wäre toll, eine überdachte Fläche draußen zu haben oder wenn der Raum irgendwie geöffnet werden könnte“, sagte Weber. Zwar wurde an der Flurdecke des Untergeschosses Schalldämmung angebracht, aber es sei dennoch sehr laut. Wie Stadtbaumeister Andreas Janssen später erklärte, sollen im Erdgeschoss noch Schallschutzdecken eingebaut werden.

Auch außerhalb des Schülercafés ist Joscha Weber als Ansprechpartner da – und zwar für alle Erst- bis Zehntklässler, für Lehrer und Eltern. Im vergangenen Schuljahr hat er etwa 130 Schüler beraten. Wie oft bei ihm Rat gesucht wird, hängt auch mit den Jahreszeiten zusammen. Im Winter etwa sei mehr los, dann geht es häufig um die Situation innerhalb der Familien. Generell gehen vor allem ältere Schüler zu Joscha Weber. Bei den Grundschülern seien die Eltern, Familienangehörige und Klassenlehrer oft noch die Bezugspersonen.

Aber auch Eltern nutzen das Beratungsangebot von Weber: Im vergangenen Schuljahr waren es 50 Eltern, die telefonisch, in der Schule oder zu Hause beraten wurden. „Erziehungsberechtigte brauchen unvoreingenommene Berater, wenn es um die Erziehung ihrer Kinder geht“, führte Weber in seinem Bericht aus.

Lehrer wiederum suchten nach Rat, wenn es um soziale Fragen gehe oder wenn sie einen neuen Blickwinkel bräuchten. Außerdem seien Pädagogen häufig Opfer von Burnout, Depressionen und psychosomatischen Beschwerden – „dem kann durch Beratung zumindest in kleinen Teilen vorgebeugt werden“. Hierfür hat sich Weber 2015 zum „Balance-Sensor“ ausbilden lassen.