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Engelbergtunnel

Sperrungen für die neue Verkehrstechnik

Wer in der kommenden Woche durch den Engelbergtunnel will, muss dazu in zwei Nächten Umleitungen in Kauf nehmen. Und es werden nicht die einzigen sein.

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Gerlingen/Leonberg. „Unser täglich Engelbergtunnel gib‘ uns heute“, könnte man fast schon sagen. Denn fast im selben Rhythmus vermeldet das Regierungspräsidium Stuttgart derzeit Neuigkeiten mit Blick auf die laufenden Vorbereitungen für die große, fünf Jahre dauernde Sanierung – nicht immer zur Freude der Verkehrsteilnehmer. Das dürfte auch für die jüngste Nachricht gelten: In der Nacht vom 5. auf den 6. Juni wird die Rampe von der A 8 aus München kommend auf die A 81 gesperrt, in der darauffolgenden Nacht die Weströhre, durch die man fährt, wenn man Richtung Pforzheim oder Flughafen will. Währenddessen werden die Verkehrszeichenbrücken im Tunnel erneuert, beziehungsweise auf der Zufahrt eine neue installiert, mit deren Hilfe man künftig schneller und besser auf unterschiedliche Verkehrssituationen reagieren könne, heißt es aus dem Regierungspräsidium, also auch großräumige Umleitungen ankündigen. Ebenso soll es Schranken an den Portalen geben, die im Brandfall den Tunnel sperren.

Die Sperrung der Rampe am Dienstag zwischen 22 und 5 Uhr am Mittwochmorgen bedeutet nur einen kleinen Umweg. Von der A 8 aus muss man zunächst einige Meter weiter als sonst fahren, bis zur Anschlussstelle Leonberg-West. Dort kann man ausfahren, umdrehen und gelangt über ein kurzes Stück auf der A 8 auf die A 81 in die Gegenrichtung.

Anders sieht das aus, wenn zu den selben Uhrzeiten von Mittwochabend bis Donnerstagfrüh die Weströhre gesperrt ist. Verkehrsteilnehmer aus Richtung Ludwigsburg kommend müssen an der Anschlussstelle Feuerbach, die nach der Fahrbahnsanierung gerade wieder geöffnet sein soll, die Autobahn verlassen, und über die B 295 durch Ditzingen und Leonberg fahren. Auf der Strecke gibt es zwar einige Ampeln, momentan aber keine Baustellen, heißt es aus den Rathäusern. Mit größeren Behinderungen rechnet man deshalb nicht, zumal das Verkehrsaufkommen nachts meistens gering sei. An der Anschlussstelle Leonberg-West geht es dann wieder auf die Autobahn.

Es wird aber nicht die einzige Sperrung in den kommenden Wochen sein, auch wenn das Regierungspräsidium auf Anfrage mitteilt, man habe noch keine detaillierten neuen Termine. Diese würden etwa eine Woche vor den jeweiligen Daten veröffentlicht und die Fahrer über die Verkehrszeichenbrücken informiert. Erst am Montag hatte das RP die Sperrung einiger Spuren vermeldet, weil nachts Kabel verlegt werden, damit es bei Abbrucharbeiten ab Mitte 2019 keine Probleme gebe (wir berichteten). Kurz darauf wurde dann die (erste) Sperrung der Röhren verkündet.

Aus dem Ditzinger Rathaus kommt dagegen eine Liste, wonach man vor allem in der 25. Kalenderwoche mit Einschränkungen rechnen muss. In den Nächten vom 18. auf den 19. und 19. auf den 20. Juni soll die Oströhre (Fahrtrichtung Ludwigsburg) gesperrt sein, mit Umleitung über die Anschlussstelle Leonberg-West und die B 295. Von Mittwoch auf Donnerstag und Donnerstag auf Freitag soll dann die Röhre in die Gegenrichtung dran sein.

Mitte und Ende Juli wird in zwei Nächten für je zwei Stunden gar kein Durchkommen mehr sein. Am Dienstag, 17. Juli, 22 Uhr, wird zunächst die Oströhre (Fahrtrichtung Ludwigsburg) gesperrt, von Mitternacht bis 2 Uhr zudem die Weströhre. Die Oströhre wird dann ab 5 Uhr wieder freigegeben, so der Plan. Dasselbe soll sich von 31. Juli auf 1. August wiederholen.

„Tunnelsperrungen sind immer eine sehr unschöne Angelegenheit“, sagt Leonbergs OB Martin Kaufmann. „Aber wenn der Tunnel gemacht werden muss, dann ist das eben so.“ Grund für die lange Sanierung ist das Gestein Anhydrit, das aufquillt und gegen die Wände drückt.