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Umzug

Stunden voller Spaß und Frohsinn

Tausende Zuschauer wollen am Sonntag den Umzug beim Landesnarrentreffen in Ditzingen sehen. Auf und an den Straßen geht es bunt, laut und kreativ zu.

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Ditzingen. Am Kreisverkehr an der Münchinger Straße steppt der Bär. Ein Wagen mit Boxen im Garagenmaß beschallt die Umgebung großzügig mit Partyhits. An der „Saugstelle“ – einer Bar gegenüber der Ditzinger Feuerwehr – wummern ebenfalls die Bässe. Die Jugendfeuerwehr bereitet Crêpes zu, im Feuerwehrhaus gibt‘s Zünftigeres und Platz zum Sitzen im Trockenen. Imbisse, Cafés und Restaurants bieten Snacks und Getränke vor der Tür. Auf der Korntaler Straße bilden sich schon vor dem Start um 13.11 Uhr lange Schlangen vor dem „Maislabyrinth“-Toilettenwagen. Die Feuerwehr steht bereit, Krankenwagen und Polizei.

Am Aufstellungsort wuselt es bunt in den Kreisverkehrsarmen Gröninger- und Münchinger Straße – alles voller Menschen, die auf den Start warten. Beginnend mit den Gastgeberinnen, der Gesellschaft Titzo und der Stadt Ditzingen, finden sich etwa die FG Leipheimer Haufen aus Ichenhausen, die Ulmer Donauhexen, die Gesellschaft Schmiechataler Tailfingen und viele Narren aus dem Kreis Ludwigsburg auf der langen Teilnehmerliste wieder – sie machen Ditzingen zur Hochburg des Karnevals, der Fastnacht, des Faschings.

Dann spielen die „Los Titzos“ die Hymne „Rivers of Babylon“, der Zug anlässlich des 38. Landesnarrentreffens setzt sich in Bewegung. Tausende Zuschauer säumen den Straßenrand. Mehr als 100 Gruppen haben sich angekündigt. Einige Prinzenpaare sind dabei, angeführt von Jens I. von Schrott und Metall und Manu I. vom Obstgarten. Sie werfen Popcorn aus ihrem Cabrio. Nach den Titzos folgt ein Traktor mit Holzwagen, der das Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung verkündet: „1250 Jahre Ditzingen & Hirschlanden“. Spektakulärer kommen die Narren rüber. Immer wieder schallt es im Chor: „Narri – Narro“, „Helau“, „Ha – no“.

Bei den Zuschauern in Ditzingen überwiegt unterdessen zunächst die leise Neugier, man ist mehr mit den Kameras der Smartphones beschäftigt, als zu winken. Volle Aufmerksamkeit haben die Hästräger, je furchtbarer die Maske, desto mehr Hingucker. „Da kommen die Glemshexen“, freut sich ein Kind. Eine Hexe kommt vorbei und zupft einem Jungen am Schal. Er trägt‘s mit Fassung. Wirkungsvoll ist die Anheiztechnik des FFC Gerlingen, der sich einzelne Gruppen ausguckt und zum Mitgrölen zwingt: „Schella – hop hop hop“, brüllen alle zurück. Lustig klingt das „Ohu, ohu, ohu!“ der KG-NZ Ochsenhausen, da stimmen auch die Kinder mit ein: „Ohuuu!“

Nicht so schön ist der Regen, der am Sonntag noch vor 13 Uhr einsetzt und bis 13.30 Uhr als Niesel anhält. Schade auch, dass sich der Zug, bis er auf der Stuttgarter Straße ankommt, sehr in die Länge zieht – für Zuschauer eine recht öde Angelegenheit und ein Grund, umzuziehen. An der Marktstraße ist die Stimmung bombig.

Gute Planung ist alles, denn zwischen 12 und 17 Uhr kann kein Auto in die City fahren. Außen herrscht reger Parksuchverkehr, obwohl die meisten mit Bus und Bahn anreisen. Menschentrauben schieben sich vom Bahngleis durch die Unterführung – in jeder Hinsicht ein Ausnahmezustand. Aber anscheinend gut organisiert: „Passt“, heben Markus und Holger die Daumen. „Wir sind mit zwei vollen Bussen und rund 100 Leuten hier: Musik, Tanzgarde und alles Mögliche“, so die Hofener Scillamännle. 2002 waren sie übrigens auch in Ditzingen, als das Landesnarrentreffen schon mal in der Stadt über die Bühne ging.

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