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Arbeitseinsatz

Test bei der Schleuse: Radweg wird gesperrt

Das Amt für Neckarausbau testet bei der Schleuse die Verpressung von Hohlräumen mittels Injektionen in 20 bis 30 Metern Tiefe. Der Neckartalradweg wird deswegen längere Zeit gesperrt. Sollte sich das Bauverfahren bewähren, erfolgt 2021 eine Baugrundverbesserung.

Wird zum Testfeld: die Schleuse bei Hessigheim. Deswegen wird der Neckartalradweg gesperrt.Foto: Alfred Drossel
Wird zum Testfeld: die Schleuse bei Hessigheim. Deswegen wird der Neckartalradweg gesperrt. Foto: Alfred Drossel

Hessigheim. Im Untergrund der Hessigheimer Schleusenplanie, der Plattform der Schleusenanlage, haben sich im Laufe der Jahrzehnte Hohlräume gebildet, die testweise verpresst werden sollen. Für das Amt für Neckarausbau kommt das nicht überraschend. „Im Baugrund in Hessigheim kommt es immer wieder zu Hohlraumbildung, deshalb beobachten wir ihn ganz genau“, erklärt Klaus Michels, Leiter des Amtes für Neckarausbau in Heidelberg, dass der extrem schwierige Untergrund aus Gipskeuper eine engmaschige Kontrolle notwendig mache. Die geophysikalischen Untersuchungen erfolgen mit sogenannten Crosshole-Messungen und Bohrungen.

„Im Baugrund in Hessigheim kommt es immer wieder zu Hohlraumbildung, deshalb beobachten wir ihn ganz genau.“

Klaus Michels
Leiter des Amtsfür Neckarausbau

In Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Wasserbau wurden jetzt zwei Testfelder bestimmt. Auf der Landseite der Schleusenanlage werden 18 Schrägbohrungen von 30 bis 40 Metern Länge ausgeführt. Über 14 Bohrungen wird eine Zementsuspension, ein Injektionsmittel aus einer Wasser-Zement-Mischung, in den Untergrund eingebracht. Damit werden die Hohlräume 20 bis 30 Meter unter der Geländeoberkante verfüllt, um den Baugrund zu stabilisieren. Für das Grundwasser sei dies unbedenklich, heißt es von Behördenseite. Die anderen vier Bohrungen dienen der Errichtung von Messstellen, um den Erfolg des Bauvorhabens beurteilen zu können.

„Wenn die Injektionen ein probates Mittel sind, werden wir voraussichtlich 2021 eine groß angelegte Baugrundverbesserung durchführen“, erklärt Michels. So sollen weitere Bodenverformungen im Bereich der Schleusenanlage verhindert werden. Dann sei die gesperrte Landfläche an der Schleusenanlage für Kraftfahrzeuge des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Neckar wieder befahrbar.

Es ist eine komplizierte und aufwendige Arbeit. „Deshalb war es zunächst schwierig, überhaupt einen Auftragnehmer zu finden“, erzählt Michels. Mit der Firma Keller Grundbau habe man aber jetzt ein Unternehmen für Spezialtiefbau beauftragen können. „Die Arbeiten können nicht von der Landfläche der Schleusenanlage erfolgen, da die Gerätschaften zu schwer sind. Sie müssen auf dem Wirtschaftsweg aufgestellt werden“, erklärt Michels. „Da der Platz sehr beschränkt ist, muss der Weg dann aus Sicherheitsgründen für Radfahrer und Fußgänger gesperrt werden.“

Die Sperrung des Neckartalradwegs auf dem Damm im Bereich der Schleuse und des Sportplatzes erfolgt zunächst vom 16. September bis Mitte Oktober. „Danach wird der Weg für voraussichtlich zwei Wochen geöffnet. Ab Ende Oktober wird er wieder gesperrt, die Arbeiten werden bis Januar 2020 dauern“, sagt Michels. Eine Verschiebung der Zeiträume ist je nach Bohrfortschritt möglich. Eine Umleitung über die parallel zum Neckartalradweg verlaufende Kreisstraße 1677 wird ausgeschildert.

Die anliegenden Grundstücke können nach Auskunft des Amtes für Neckarausbau während der Arbeiten in der Regel, je nach Standort des Bohrgeräts, entweder von Norden oder Süden über den Wirtschaftsweg erreicht werden.

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