Logo

Überraschendes Ende des Nahversorgers

Der Cap-Markt schließt kurzfristig zur Monatsmitte – Suche nach Händler für städtisches Areal läuft noch

350_0900_18871_COKRSG_Cap_Muenchingen.jpg
Schon Ende nächster Woche soll der Cap-Markt Geschichte sein. Foto: R. Theiss

Korntal-Münchingen. Ein vergleichsweise kleiner Zettel hängt am Eingang des Cap-Markts in der Münchinger Ortsdurchfahrt, innen drin leicht versteckt an einer Wand ein weiterer. Doch das, was auf ihnen steht, hat schon für große Aufregung gesorgt – denn sie verkünden die Schließung des Supermarkts bereits zur Monatsmitte. Das einzig verbleibende Lebensmittelgeschäft ist damit der Discounter Lidl am Ortsrand.

Ja, auch sie hätten erst sehr kurzfristig davon erfahren, ist von Cap-Mitarbeitern zu hören, die aber allesamt in anderen Märkten des genossenschaftlichen Unternehmens, das Menschen mit Behinderung eine Arbeitsmöglichkeit außerhalb von Werkstätten bieten will, unterkommen sollen. In Märkten, die sich offenbar mehr rentieren als der in Münchingen – wenngleich auch andere schon zu kämpfen hatten–, ist als Grund für die Schließung zu hören. Von der zuständigen gdw süd Genossenschaft der Werkstätten für behinderte Menschen Süd gibt es – urlaubsbedingt, wie es heißt – aber keine Stellungnahme.

Die Nachricht hat zu Gerüchten geführt, die Stadt habe dem Markt einfach die Räume gekündigt. Doch bei der Verwaltung wurde man offenbar ebenso überrascht. „Wir bedauern das sehr“, heißt es auf Anfrage der LKZ aus dem Rathaus, auch weil das Geschäft gerade vom Zentrum aus zu Fuß gut erreichbar ist. Weiter heißt es: „Die Schließung bestärkt unsere Bestrebungen, einen neuen Einzelhandelsstandort im Ortskern von Münchingen zu entwickeln.“

Doch bis es so weit ist, dauert es noch eine ganze Weile. Im Herbst hatte die Stadt nach langen Verhandlungen die Grundstücke an der Stuttgarter Straße 44 bis 48 gekauft, angrenzend an die Kronenstraße 3, deren Eigentümer sie schon länger ist. Ab Frühjahr 2019 sollen die Häuser abgebrochen, danach ein neues errichtet werden, für das die Stadt einen Investor sucht. Das Verfahren läuft noch, vor der Sommerpause soll aber der Gemeinderat entscheiden, welche Nutzung dort künftig stattfinden soll. Wenig Hoffnung hatte die Stadt im Rat bislang aber auf einen Vollsortimenter gemacht, weil ein solcher generell mehr Fläche bräuchte. Ein Drogeriemarkt käme eher infrage.