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Kernkraftwerk

Übung für den Ernstfall am GKN

Die EnBW hat am Samstag gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Stuttgart sowie den Landratsämtern Heilbronn und Ludwigsburg eine große Feuerwehrübung an ihrem Kraftwerksstandort in Neckarwestheim (GKN) abgehalten. Medienvertreter waren nicht zugelassen.

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Vorbereitung auf die Übung: Die Einsatzkräfte versammeln sich am Kernkraftwerk in Neckarwestheim, um auf dem Betriebsgelände den Ernstfall zu proben. Fotos: Alfred Drossel
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Vorbereitung auf die Übung: Die Einsatzkräfte versammeln sich am Kernkraftwerk in Neckarwestheim, um auf dem Betriebsgelände den Ernstfall zu proben. Fotos: Alfred Drossel
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Die Rettungsdienste sind beim Einsatz dabei.

Gemmrigheim/Neckarwestheim. „Regelmäßige Übungen sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Sicherheitsphilosophie“, erläuterte Christoph Heil, Geschäftsführer am Kraftwerksstandort Neckarwestheim im Vorfeld. „Dabei ist es wichtig, dass wir auch konventionelle Szenarien üben, die an jedem Industriestandort vorkommen können.“ Externe Beobachter waren am Samstag jedoch nicht zugelassen und durften den Übungsbereich rund um den Kühlturm nicht betreten.

Die EnBW hat gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Stuttgart sowie den Landratsämtern Heilbronn und Ludwigsburg diese routinemäßige Übung angesetzt. Geübt wurde für den Ernstfall im nicht nuklearen Bereich. Mit über 200 Einsatzkräften waren neben der Werkfeuerwehr des Kraftwerks auch die Feuerwehren aus Neckarwestheim, Gemmrigheim, Lauffen und Heilbronn im Einsatz. Die Rettungsdienste DRK und ASB waren mit über 80 Kräften und rund 30 Fahrzeugen der Kreisverbände Ludwigsburg und Heilbronn beteiligt, ebenso das Polizeirevier Lauffen.

Die Übung umfasste die Bergung, Rettung und Versorgung von verletzten Menschen, die Brandbekämpfung, die Verhinderung der Brandausbreitung und die Löschwasserrückhaltung. Angenommnen wurde unter anderem ein Brand am Kühlturm. Das Szenario sah neben Löscharbeiten mit Drehleiter und Strahlrohren vor allem die Rettung und die Erstversorgung von 21 „Verletzten“ im Bereich des Kühlturms vor. Um unter fast realen Bedingungen zu üben, wurde künstlicher Rauch erzeugt und um 9.50 Uhr gab es sogar einen lauten Knall.

Nach und nach wurden die verschiedenen Kräfte abgerufen. Sie fuhren ohne Blaulicht und Martinshorn auf das Kraftwerksgelände. Die Einheiten von Feuerwehr und Rettungsdienst hatten sich zuvor auf dem Parkplatz vor Tor 1 aufgestellt.

Die mehr als dreistündige Übung lief laut Aussage der Beteiligten ohne Hektik schulmäßig ab. Den Austausch und die gute Zusammenarbeit mit den beteiligten Stellen werde man auch in Zukunft fortsetzen, betonte Geschäftsführer Heil im Anschluss. Es sei wichtig, das Zusammenwirken von internen und externen Einsatzkräften zu üben.

Schon im Jahr 2012 hatten hinter verschlossenen Türen die Helfer den Ernstfall im GKN simuliert. Und im Jahr 2004 hatten über 200 Feuerwehrangehörige beim Kühlturm des Blocks 2 des Kernkraftwerks in einem Brandübungscontainer unter fast realistischen Einsatzbedingungen trainiert. Die Koordinierung von Maßnahmen im atomaren Katastrophenschutz fällt in die Zuständigkeit des Stuttgarter Regierungspräsidiums. Die Information der Bevölkerung über mögliche Gefahren, die von einem Zwischenfall im Kernkraftwerk ausgehen könnten, überlässt das Regierungspräsidium jedoch der Betreiberfirma EnBW.

Regierungsvizepräsidentin Sigrun von Strauch dankte am Samstag im Anschluss allen an der Übung Beteiligten. Sie war selbst vor Ort und machte sich ein Bild davon, wie alle Einsatzkräfte ihr Können zeigten. Strauch zog ein positives Fazit: „Die heutige landkreisübergreifende Zusammenarbeit aller an der Schadensabwehr beteiligten Einsatzkräfte ist hervorragend gelungen. Ich sehe die Region gut aufgestellt für den hoffentlich nie eintretenden Fall eines Großschadensereignisses.“