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Verkehr und Infrastruktur sind zentrale Themen

Bei der LKZ-Podiumsdiskussion präsentierten sich am Donnerstagabend die sieben Bürgermeisterkandidaten. Vor allem zum Thema Verkehr hatten die Bewerber einiges zu sagen.

In die Diskussion vertieft (von links nach rechts): Thomas Bay, LKZ-Kreisredaktionsleiter Stephan Wolf, Chefredakteurin Ulrike Trampus, Heiderose Frankenhauser, Michael Sax und Holger AlbrichFoto: Alfred Drossel
In die Diskussion vertieft (von links nach rechts): Thomas Bay, LKZ-Kreisredaktionsleiter Stephan Wolf, Chefredakteurin Ulrike Trampus, Heiderose Frankenhauser, Michael Sax und Holger Albrich Foto: Alfred Drossel

Sachsenheim. Viele Plätze waren besetzt, als LKZ-Chefredakteurin Ulrike Trampus am Donnerstagabend die Podiumsdiskussion eröffnete. Alle sieben Bürgermeisterkandidaten waren gekommen, um sich vor der Wahl am 3. Februar in Kleinsachsenheim zu präsentieren.

Der erste Schwerpunkt des Abends: Verkehr und Infrastruktur. „Wie wollen Sie Verkehrsprobleme in Sachsenheim angehen?“, wandte sich Kreisredaktionsleiter Stephan Wolf zuerst an Thomas Schärer. Das sei ein komplexes Thema, doch er wolle die Verkehrsprobleme aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Er sehe es als Chance, mit einem neuen Gemeinderat zusammenarbeiten zu können. Landrat Rainer Haas kenne er gut aus seiner Zeit in Ludwigsburg, so Schärer. „Mit Winne Hermann bin ich schon Rad gefahren“, sagte der 56-Jährige. So schaffe man Vertrauen.

Innenstadt als Fußgängerzone

Heiderose Frankenhauser liegt vor allem die Infrastruktur der Innenstadt in Großsachsenheim am Herzen. Das Kopfsteinpflaster dort sei gefährlich. Deshalb müsse die gesamte Fläche neu gemacht werden. Sie präferiere eine Fußgängerzone. „Denn wenn sich die Menschen wohlfühlen, kommen die Geschäfte auch“, so die 63-Jährige aus Großsachsenheim. Wenn Thomas Bay schon Bürgermeister wäre, wäre die Erweiterung des Logistikzentrums im Eichwald nur schwer umzusetzen gewesen. Er sehe das sehr kritisch, so der Sparkassenfilialleiter. „Hätten Sie auch auf das Geld verzichtet?“, hakte Stephan Wolf nach. Das Geld sei nur einmalig geflossen, erklärte Bay. Arbeitsplätze sieht er als wichtiger an und die seien sporadisch und dürftig.

In Sachsenheim fehle es vor allem an Möglichkeiten für klein- und mittelständische Unternehmen, sagte Simone Gaiser, die in Kleinsachsenheim eine Firma für Tiernahrung betreibt. Zudem brauche es in der Innenstadt dringend mehr Parkplätze. Holger Albrich ist es wichtig, Baugebiete zu entwickeln, die junge Familien ansprechen. Als Fahrlehrer ist Michael Sax viel im Landkreis unterwegs. „Die Straße zwischen Großsachsenheim und Hohenhaslach ist ein hoffnungsloser Flickenteppich“, sagte der 47-Jährige. Die Kreisstraße müsse dringend saniert werden. Oft sei es ja so, dass die Eigentümer die Grundstücke nicht verkaufen möchten, die für eine Verbreiterung der Straße notwendig wären, gab Stephan Wolf zu bedenken. „Was würden Sie da tun?“, fragt er Michael Sax. „Vielleicht den Eigentümern einen höheren Preis anbieten“, schlug dieser vor.

Beinahe hätte die Podiumsdiskussion ohne Ulrich Raisch stattfinden müssen. Der Stuttgarter, der nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, hatte einen Bus vom Bahnhof in Richtung Kleinsachsenheim verpasst. „Der öffentliche Nahverkehr muss verbessert werden“, war ihm deshalb wichtig. Die Busse müssten mindestens bis 20 Uhr viertelstündlich fahren.

Kindergarten im Bauernhof

Ein weiteres Thema waren die sechs Ortsteile Sachsenheims. „Man kann das Geld nicht mit der Gießkanne verteilen“, griff Thomas Schärer die Aussage auf, vor allem die Ortsteile im Kirbachteil fühlten sich benachteiligt. Es sei jedoch wichtig, so Schärer, den Bürgern zu erklären, warum das Geld wie verteilt werde. Zur besseren Verzahnung der Ortsteile schlug Holger Albrich ein Stadtfest vor, das in jedem Jahr in einem anderen Ortsteil gefeiert wird. Heiderose Frankenhauser sieht schnelles Internet als wichtige Grundlage für die Kommunikation untereinander. Die Ortsteile sollten voneinander profitieren, sagte Ulrich Raisch und wiederholte dann sein Mantra: „Präsenz ist das A und O“.

Es sei wichtig, so Simone Gaiser, eine gute Betreuungssituation aufzubauen für Menschen, die sich vor allem in den abgelegenen Ortsteilen einsam fühlen. Damit Jugendliche nachts wieder nach Hause kommen, könnte man ein Sammeltaxi ähnlich des Angebots in Ludwigsburg ins Leben rufen, schlug Michael Sax vor. Dieses würde dann vom Bahnhof aus die verschiedenen Ortsteile anfahren. Thomas Bays Vorschlag eines Bauernhofkindergartens sorgte für Lacher im Publikum. „Vor ein paar Jahren hat man noch über den Waldkindergarten gelacht“, konterte der 54-Jährige. Nun sei diese Art der Betreuung bei vielen Eltern und Kindern beliebt.

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