Logo

hafenscherbenfest

Viele neue Ideen im Jubiläumsjahr

Im Jubiläumsjahr, zum 1250-jährigen Bestehen von Ditzingen und Hirschlanden, durfte es etwas mehr sein: Drei statt sonst zwei Tage feierten die Besucher auf dem „Hafenscherbenfest reloaded“: Die Traditionsveranstaltung wurde mit neuen Inhalten gefüllt.

Beim Hafenscherbenfest haben auch diese ausgelassen tanzenden Maskottchen ihren Spaß.Fotos: Ramona Theiss
Beim Hafenscherbenfest haben auch diese ausgelassen tanzenden Maskottchen ihren Spaß. Foto: Ramona Theiss
350_0900_23465_07_09_2019Theiss_57.jpg
Diese Regenschirme sind an der Wihelmschule entstanden und wurden illuminiert; kleine Handwerker empfinden große Bauwerke nach.
Diese Regenschirme sind an der Wihelmschule entstanden und wurden illuminiert; kleine Handwerker empfinden große Bauwerke nach.

Ditzingen. „Wir stechen kein Fass an – das machen alle“, scherzte Oberbürgermeister Michael Makurath bei der offiziellen Festeröffnung am Samstagnachmittag. Und fügte frei nach Edmund Stoiber an: „Wir öffnen ein Glas Champagner.“ Makurath hob sein Glas Sekt auf die Vereine, deren Vertreter er auf die große Bühne auf dem Laien gebeten hatte, und dankte für ihren Einsatz. Traditionell wird das größte Fest der Stadt von den Vereinen organisiert: „Alles im Ehrenamt“, betonte der OB.

Abseits des Mainstreams

Einige Dutzend Biertische standen allein auf dem Laien, vor der Hauptbühne. Zudem gab es Programm auf der Schlossbühne, in der Münchinger Straße, auf der Kleinkunstbühne an der Wilhelmschule und auf dem Parkplatz Gerlinger Straße.

Thomas Wolf und Ariane Bachter haben ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, übrigens „ohne Cover-Bands“, wie der Kulturamtsleiter betonte. Denn man versuche, immer wieder neue Akzente zu setzen, sozusagen abseits des Mainstreams bei vielen Stadtfesten. Dazu zählten etwa die von Schülern der Wilhelmschule gestalteten, abends illuminierten Regenschirme, eine Chill-Area mit vom Betriebshof gebauten, beleuchteten Möbeln im Schlossgarten. Und einige Programmpunkte: Das Publikum sehr begeistern konnte schon am Freitag der französische DJ Laurent Poussineau aus Lyon mit Tech- und Deep-House-Beats (am Samstag war er übrigens auch im Schlosshof Ludwigsburg zu hören). Dabei wurde die Fassade des Dreigiebelhauses zur Leinwand für eine Lichtershow. Thomas Wolf freute sich am Sonntag besonders auf die Berliner Band „Frollein Smilla“, die er bei der letzten Vereinskunstbörse in Freiburg erlebt und sogleich engagiert habe, „solange die noch bezahlbar ist“.

OB Michael Makurath begrüßte „Gäste aus der ganzen Welt“, unter anderem Delegationen aus den Partnerstädten Rillieux-la-Pape und Gyula. „Unsere Freunde bereichern unser Fest auch inhaltlich“, sagte er und legte den Besuchern neben kulinarischen Spezialitäten auch französische Kunst ans Herz. Die Ausstellung mit Künstlern aus Rillieux-la-Pape, die gestern eröffnet wurde, ist bis 29. September in der Städtischen Galerie im Rathaus zu sehen.

Stunde um Stunde füllten sich die Plätze. „Der lustigste Jugendexperte Deutschlands“, Matthias Jung aus Mainz, sinnierte auf der Bühne an der Wilhelmschule pointiert über Baustellen in Gehirnen Pubertierender. Der Handharmonika Club spielte auf der Hauptbühne Evergreens und mehr. Einen bunten Augenschmaus boten die spanischen Straßenkünstler „Teatro El Carromato“ auf dem Festgelände. Zu zackigen Elektrobeats ließen sie überdimensionale Puppen tanzen, die abends zudem bunt leuchteten. An der Ecke zum Schlosshof-Parkplatz standen Leute Schlange für ein „Ochs-Weck“, eine beliebte Spezialität, die der Skiclub gemeinsam mit dem Landwirtschaftsbetrieb Weibler anbot. Ein Ochse drehte sich am Spieß. „Geschlachtet hatte der 282 Kilo Gewicht“, sagte Seniorchef Rolf Weibler.

Gestern hatten zudem die Läden zum verkaufsoffenen Sonntag geöffnet. In der Markt-, Bauern- und Vorhofstraße war Flohmarkt.

Autor: