Logo

jugendbeteiligung

Von Fahrradstraße bis Schulball

250 Klassensprecher aus den weiterführenden Schulen diskutieren beim Stadtjugendforum Themen, die ihnen wichtig sind

Kostenloses WLAN in der Mittagspause: Das war das erste Projekt, das mit Geld aus dem Marbacher Jugendtopf finanziert wurde.Archivfoto: Bürkle
Kostenloses WLAN in der Mittagspause: Das war das erste Projekt, das mit Geld aus dem Marbacher Jugendtopf finanziert wurde. Foto: Bürkle

Marbach. Die Stadthalle wird am 24. Oktober ganz in der Hand junger Leute sein: Zum Stadtjugendforum erwarten die Organisatoren rund 250 Klassensprecher aller weiterführenden Schulen in Marbach, die einen ganzen Tag lang über Probleme, Wünsche und Gedanken ihrer mehr als 3300 Mitschüler diskutieren werden.

Das Stadtjugendforum, das in dieser Form zum zweiten Mal stattfindet, gehört zum „Marbacher Modell“ der Jugendbeteiligung. Bewusst haben die Stadträte vor drei Jahren darauf verzichtet, einen Jugendgemeinderat als (eher herkömmliches) Beteiligungsinstrument aus der Taufe zu heben, sondern folgten dem „Marbacher Modell“, das aus drei Säulen besteht: Neben dem Stadtjugendforum, bei dem Klassensprecher ihre Mitschüler repräsentieren, gibt es den Stadtschülerrat mit jeweils zwei Vertretern der weiterführenden Schulen sowie den sogenannten Jugendtopf. Den stattet die Stadt jährlich mit 5000 Euro aus, über deren Verwendung die Jugendlichen selbst entscheiden dürfen. Die erste Investition, für die Geld aus diesem Topf verwendet wurde, war vor zwei Jahren die Einrichtung eines WLAN-Hotspots bei den Schulen, damit die Schüler in der Mittagspause (und nur in der!) kostenlos surfen können.

Für das Stadtjugendforum am 24. Oktober stehen bereits 20 Themenfelder auf der Agenda, über die die Schüler diskutieren wollen. Unter den Sammelbegriffen „Marbach“, „Schulcampus“, „Projektideen“ und „Workshops“ sind ganz unterschiedliche Interessensbereiche aufgelistet. „Da soll es zum Beispiel um die Frage gehen, ob die morgens regelmäßig überfüllten Schulbusse entlastet werden könnten, wenn es vom Bahnhof bis zu den Schulen so etwas wie eine Fahrradstraße gäbe, auf denen Radlern oder den Nutzern von E-Scootern zumindest Vorrang eingeräumt wird“, erläutert Georg Stenkamp. Der Leiter des Jugendhauses Planet-X ist einer der Initiatoren des „Marbacher Modells“ und federführend in die Organisation des Stadtjugendforums eingebunden.

Diskutieren wollen die Klassensprecher aber auch über Nachhaltigkeitstage, über einen „Pick-up-Trash-Day“, an dem Müll aufgesammelt wird, über Schule gegen Rassismus, über die Aktion „Gewaltfrei in 6721“, die derzeit höchst aktuell ist, sowie über Schulmaskottchen und Schulbälle.

Das Stadtjugendforum beginnt um 10 Uhr, am Nachmittag erwarten die Organisatoren unter anderem Vertreter des Gemeinderats; der Verwaltungsausschuss wird einen Teil seiner Sitzung für den Gedankenaustausch mit den Jugendlichen nutzen. Eingeladen zur Ergebnispräsentation sind zudem Schulleiter, Vereins- und Firmenrepräsentanten sowie weitere Multiplikatoren, die die Ideen der Klassensprecher verbreiten sollen.

Außerdem wird eine Filmcrew den Tag dokumentarisch festhalten und für den Nachmittag schon einen Videorückblick zusammenschneiden. Schülerin Celine Sieck wird die wichtigsten Ergebnisse in einem „Grafic Recording“ visualisieren.

Autor: