Logo

Friedhof

Wenn Grabschmuck verschwindet

An Pietätlosigkeit ist es kaum zu überbieten, doch kommt es auch im Landkreis Ludwigsburg immer wieder vor, dass auf Friedhöfen Grabschmuck gestohlen wird. Zurück bleiben fassungslose Angehörige vor einem schmucklosen Grab.

350_0900_19627_26_06_18Theiss_94.jpg
Grabschmuck als Gedenken an die Verstorbenen. Immer wieder vergreifen sich dreiste Diebe an solchen Dingen. Foto: Ramona Theiss
350_0900_19628_26_06_18Theiss_90.jpg
Blumengestecke sind oft Diebesgut.

Neckartal. Wenn Hinterbliebene einen geliebten Menschen zur letzen Ruhe gebettet haben, bringen sie ihm oft schöne Blumen, Gestecke und manchmal sogar wertvolle Geschenke mit ans Grab. Umso trauriger für die Angehörigen, wenn Fremde den Grabschmuck stehlen. Weitere Probleme, die viele Friedhofsverwaltungen immer wieder umtreiben, sind Vandalismus am Ort der letzten Ruhestätten und unzulässiger Grabschmuck.

„Es kommt vor, dass Angehörige über den Diebstahl von Blumen oder Grabschmuck berichten“, sagt Gudrun Fretwurst, Pressesprecherin der Stadt Remseck. Die Verwaltung verweise dann auf eine Anzeige gegen unbekannt bei der zuständigen Polizeibehörde. Solche Meldungen erhalte die Stadt zu allen Friedhöfen. Auf dem neuen, am Waldrand gelegenen Friedhof in Hochdorf seien Rehe immer wieder über den Zaun gesprungen und hätten die Bepflanzung einiger Gräber gefressen. Ein höherer Zaun habe das Problem gelöst. Wenn Grabschmuck angebracht wird, der nicht der Friedhofssatzung entspricht, wird der Nutzungsberechtigte des Grabes angesprochen oder von der Friedhofsverwaltung angeschrieben, um den Schmuck zu entfernen.

Dass Grabschmuck gestohlen wird, ist der Stadtverwaltung in Freiberg nicht bekannt. „Allerdings wurde bereits zweimal auf dem Friedhof Heutingsheim-Neu vom Dach der Aussegnungshalle die Kupferverkleidung im Wert von mehreren Tausend Euro abmontiert“, sagt Pressesprecherin Tatjana Bremer. Die Verkleidung sei nun sicherer vernietet worden. Ein weiteres Problem, mit dem die Stadt in unregelmäßigen Abständen zu kämpfen hat: Immer wieder werden dort die sanitären Einrichtungen mutwillig mit Fäkalien verschmiert. Die Toiletten werden deshalb öfter kontrolliert. „Wir denken auch über den Einbau von Schlössern nach, mit denen sich die Toiletten zeitgeschaltet nachts abschließen lassen. Allerdings kam es auch schon tagsüber zu solchen Vorkommnissen“ sagt Bremer. Auch Hundekot findet sich immer wieder auf Gräbern, obwohl Hunde auf dem Friedhof nicht erlaubt sind.

„Vereinzelt werden ganze Blumenschalen gestohlen“, kennt man auch in Pleidelsheim das Problem Diebstahl auf dem Friedhof. Hin und wieder sei es auch schon vorgekommen, dass kleiner Grabschmuck wie beispielsweise Engel gestohlen oder zerstört wurde, teilt Bürgermeister Ralf Trettner mit. Die Mitarbeiter des Bauhofes aber auch die Verwaltung würden bei ihren Pflegearbeiten und Kontrollgängen schon darauf achten. Bisher sei aber niemand dabei ertappt worden. Verwüstungen kommen laut Trettner sehr selten vor, allerdings versammeln sich in jüngster Zeit häufiger Kinder um den Brunnen des Friedhofs und benutzen ihn als Spielgerät. Auf dem russischen Friedhof im Wald seien vor vielen Jahren 14 Holzkreuze zerstört worden.

Auch in Benningen gebe es wohl einzelne Fälle von Blumendiebstahl, berichtet Bürgermeister Klaus Warthon. „Das ist natürlich sehr frustrierend. Vor vielen Jahren wurde sogar im Friedhof Wasser abgefüllt und für den privaten Gebrauch verwendet“, weiß der Schultes. Manchmal seien die Gräber nicht gepflegt und wucherten bis zu den Nachbargräbern. Spätestens dann schreibe die Verwaltung die Hinterbliebenen an. Das komme aber nicht häufig vor. „Gelegentlich müssen wir an der Urnenwand eingesteckte Blumen entfernen, da dies nicht sonderlich angemessen wirkt“, so Warthon.

„Bei uns wird die Friedhofsordnung gut eingehalten“, sagt Bürgermeister Volker Godel aus Ingersheim. Diebstähle gebe es nur sehr vereinzelt, auch beim Grabschmuck seien keine Auffälligkeiten zu verzeichnen. Die Präsenz von Grünpflegern und Bauhof spiele dabei sicher auch eine Rolle.

In Mundelsheim sind laut Ina Grausam, Leiterin der Finanzverwaltung, weder Diebstahl von Grabschmuck noch Vandalismus auf dem Friedhof ein Problem.