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Masern

Werben um 95 Prozent Impfquote

Kampagne in Vaihingen und Ludwigsburg gestartet – Auf ein bis zwei Jahre angelegt – Linienbus als Werbeträger

Sie alle machen sich für die Masernimpfung stark. Foto: Albert Arning
Sie alle machen sich für die Masernimpfung stark. Foto: Albert Arning
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Vaihingen. „Stoppt Masern! Lasst Euch impfen!“ Der eindringliche Aufruf prangt unübersehbar auf dem Linienbus. Er soll zum Multiplikator für eine landkreisweite Kampagne werden. Denn es erreichen nur wenige der 39 Kreiskommunen die notwendige Quote von 95 Prozent für die empfohlenen zwei Masernimpfungen. Jetzt wurde die Aktion in Vaihingen und in Ludwigsburg gestartet.

„Masern können tödlich enden“, mahnt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Seine Initiative ist nicht nur beim Land, das Schlusslicht bei der zweiten Impfung ist, sondern auch im Landkreis bei der Kommunalen Gesundheitskonferenz auf fruchtbaren Boden gefallen. Den Nachholbedarf verdeutlicht Dr. Uschi Traub, Leiterin des Fachbereichs Gesundheitsförderung beim Gesundheitsdezernat im Landratsamt, mit einer einfachen Grafik. In Vaihingen liegt die Zweitimpfquote zum Beispiel bei nur 73,9 Prozent. Noch schlechter sieht es in Freudental (64 Prozent) aus. Unter 90 Prozent liegen auch Eberdingen, Ingersheim, Korntal-Münchingen, Marbach, Mundelsheim, Oberriexingen, Sachsenheim, Sersheim und Tamm. Benningen, Ditzingen, Erligheim, Großbottwar, Hemmingen, Hessigheim, Kirchheim, Steinheim und Remseck rangieren im grünen Bereich (über 95 Prozent), der Rest zwischen 90 und 95. In der Stadt Ludwigsburg beträgt die Quote 93,5 Prozent, landkreisweit sind es 91,4 Prozent, in Baden-Württemberg 89,7 Prozent (Zahlen 2017/2018 aus der Einschulungsuntersuchung).

Die Kommunale Gesundheitskonferenz habe dringenden Handlungsbedarf gesehen, macht Dr. Thomas Schönauer, Leiter des Gesundheitsdezernats, vor dem Mikrofon einer Radio-Reporterin deutlich: „Um auch diejenigen zu schützen, die nicht geimpft werden können, brauchen wir eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent.“ Aufklärung sei dringend angesagt, „denn Masern sind bitter, impfen ist cool“. Vom Land Baden-Württemberg werde die geplante Einführung der Impfpflicht begrüßt, machte der Sozialminister Manne Lucha (Grüne) dieser Tage deutlich. Ein entsprechendes Bundesgesetz befinde sich bereits in der Vorbereitung.

Die Bus-Stopps am Marktplatz in Vaihingen und auf dem Rathausplatz Ludwigsburg sind nur eine Momentaufnahme für den Start der Kampagne. Es werden Roll-up-Banner ausgepackt, ein Glücksrad aufgebaut, Infomaterialen in Ständer gesteckt und Massagegeräte angeschlossen. Experten verschiedener Krankenkassen, der Apothekerkammer, der Unfallkasse und Sportkreispräsident Matthias Müller klären auf. Sie wollen in den kommenden Monaten um Unterstützung werben. „Unsere Vereine haben sehr viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun. Da ist es selbstverständlich, auf die Masern-Kampagne intensiv hinzuweisen“, sagt Matthias Müller.

Die Kassen planen weitere Infostände. Das Landratsamt wird Gemeinden, Schulen und Kindergärten anbinden und eine Ausstellung anbieten. Auf ein bis zwei Jahre ist die Aktion angesetzt. „Lieber zwei“, meint Uschi Traub. Wichtig sind letztlich die 95 Prozent Impfquote.

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