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Ausstellung

Wo der Zugverkehr immer glatt läuft

Modelleisenbahnclub baut an zwei Tagen im Jahr seine große Anlage auf – Es gibt immer Neues zu entdecken

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Auf 120 Schienenmetern fahren die Züge durch eine Landschaft, die mit zahllosen liebevollen Details gestaltet ist. Auch an einem Rummelplatz kommen die Züge vorbei.Fotos: Oliver Bürkle
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FREIBERG. Wenn Menschen stundenlang an Bahngleisen ausharren, so liegt das zumindest bei den zweitägigen Modellbahntagen des Modelleisenbahnclubs Freiberg (MEC) nicht an Verspätungen oder Zugausfällen. „Es ist einfach zu interessant, hier kann man sich stundenlang aufhalten“, freute sich Herbert Meier bei seinem Besuch im Prisma am Samstagvormittag an der Ausstellung, die sein Sammlerherz höherschlagen ließ.

Besonders gut gefiel ihm die vereinseigene Segmentanlage im HO-Maßstab mit einer Hauptstrecke von rund 120 Schienenmetern. „Für so etwas habe ich in meinem Haus leider keinen Platz“, bedauerte er. Doch das hat dauerhaft nicht mal der MEC, so dass die großartige Anlage nur einmal im Jahr zu den Modellbahntagen aufgebaut werden kann und dann entsprechend viele Zuschauer anlockt. Die Fahrt mit den digital gesteuerten Nah- und Fernverkehrszügen und den Güterzügen geht vorbei an Bergen und Gewässern, Dörfern und Städten, Festen und Betrieben. Auch wer jedes Jahr die Modellbahntage besucht, kann bei den unzähligen, liebevoll gestalteten Details immer wieder neues entdecken – von der Beerdigung bis zur Arbeit im Steinbruch.

Der sechsjährige Lennard aus Walheim fand die große Gartenbahn am schönsten, er konnte sich von dem Anblick gar nicht losreißen. Bis jetzt hat er selbst nur eine Holzeisenbahn, aber vielleicht liegt ja irgendwann eine elektrische Eisenbahn unter dem Weihnachtsbaum oder auf dem Geburtstagstisch. Lennards Papa, der seinen Sohn zum MEC begleitet hat, hätte vermutlich genauso viel Spaß daran.

Mit doppelter Begleitung von Papa und Opa war der zweijährige Justus da. Auch er war begeistert von den vielen Zügen. Und der Modellbahn-Katalog, den er mitnehmen durfte, gefiel ihm besser als manches Bilderbuch. „Ich fand das Quiz für Kinder besonders schön“, freute sich Sebastian Ludwig über das Bildersuchspiel, das er für seinen Sohn gelöst hat.

Während Familie Ludwig den Besuch bei den Modellbahntagen als reinen Herrenausflug gestaltete, waren bei anderen Familien und Paaren auch die Frauen dabei. „Nicht alle interessieren sich auch tatsächlich für Modellbahnen“, weiß Vereinsvorsitzender Eckhard Rühle aus Erfahrung. Und so hatte der MEC wie schon in den Vorjahren die sogenannte „Spätzles Connection“ eingeladen, die Puppenhäuser mit selbstgebauter Einrichtung zeigte.

Da war ein liebevoll gestalteter Kindergarten, ein provenzalischer Souvenirladen oder eine Waldszene zu sehen. Auch eine Finca war ausgestellt. „Sie steht auf Mallorca, wir haben dort Urlaub gemacht und uns sofort in die Finca verliebt“, erzählte Jacqueline Midon, die in jahrelanger Arbeit Haus und Einrichtung originalgetreu nachgebaut und ihrem Mann zum Geburtstag geschenkt hat. Ein Fotobuch mit Original und Miniaturnachbildung bewies die detailgetreue Arbeit.

Ob Eisenbahnlandschaften oder Puppenhäuser – es gab jede Menge zu entdecken und wieder viel Lob für dem MEC und die befreundeten Aussteller. Dass schon Samstagvormittag zahlreiche Besucher ins Prisma kamen, freute Rühle, der diesmal auch sporadisch eine kleine Besucherumfrage gemacht hat. „Wir wollen wissen, woher die Leute kommen, wie sie von den Modellbahntagen erfahren haben und was sie besonders interessiert“, so die Erhebung, die auch zeigen soll, welche Werbung besonders effektiv ist.