Ludwigsburg | 15. Mai 2018

„Ort, an dem die Seele zuhause ist“

Die ersten Pflanzen sind am Rotmannsweg in den Boden gekommen – Pilotprojekt, bei dem jeder mitmachen darf

Der Startschuss ist gefallen: Erste Pflanzaktion im Marbacher Garten für alle.Foto: Alfred Drossel
Der Startschuss ist gefallen: Erste Pflanzaktion im Marbacher Garten für alle.Foto: Alfred Drossel

Ideengeberin Katharina Kubik strahlte am Samstagnachmittag, als sie die große Gruppe Freiwilliger im künftigen Mitmachgarten am Rotmannsweg auf der Schillerhöhe neben dem Obstsortengarten des Schillervereins entdeckte. Marko Kraft leitete an diesem Nachmittag die erste Pflanzaktion. Zwei Dutzend Sträucher mit essbaren Früchten wurden als Hecke gepflanzt.

Andrea von Smercek, die im Rathaus für die Koordination des bürgerschaftlichen Engagements in der Stadt zuständig ist, hatte Johannisbeer-, Himbeer-und Brombeersträucher als Beitrag der Kommune mitgebracht. Sie kamen zusammen mit Berberitze, Stachelbeeren und Holunder in den Boden.

Maya Esch bezeichnete den Garten als einen Ort, „an dem die Seele zuhause ist“. Für Marko Kraft ist es wichtig, dass hier naturnah gearbeitet wird und ein Garten von hohem ökologischen Wert entsteht – nicht nur für Insekten. Die ehrenamtlichen Initiatoren verfolgen die Idee, den Garten gemeinschaftlich mit Kräutern sowie heimischem Obst und Gemüse zu bepflanzen, ihn zu pflegen und die Früchte der gemeinsamen Arbeit zu ernten, betonte Marko Kraft.

Im ersten Schritt wurde nun eine Nasch- und Beerenecke angelegt. Sie besteht aus essbaren Wildfrüchten mit heimischen robusten Sträuchern. Als wichtige Nahrungsquelle für Bienen, Schmetterlinge und deren Raupen sowie als Schlaf- und Brutstätte für Vögel soll auch die Natur von der Wildfruchthecke profitieren.

Gepflanzt werden sollen Kornelkirsche, Felsenbirne, Sauerdorn sowie Stachelbeer- und Johannisbeersorten. Außerdem soll eine Trockenmauer Echsen Unterschlupf gewähren. Giftige Pflanzen sind ebenso wie Pestizide und chemische Dünger im Naturgarten tabu.

Das Grundstück hat die Stadt für das Pilotprojekt zur Verfügung gestellt. Es hat eine Größe von 17,5 Ar, wovon zunächst das untere Drittel des leicht abfallenden Geländes bepflanzt wird, betont Andrea von Smercek.

Organisiert und koordiniert wird der Mitmachgarten von einer Steuerungsgruppe, die regelmäßig größere Vorhaben bespricht. Aber auch ohne an den Treffen teilzunehmen, besteht die Möglichkeit, sich vor Ort einzubringen. „Neben offiziellen Aktionen basiert die Arbeit im Garten auch auf einzelnen Initiativen“, erläuterte Katharina Kubik. Wer beispielsweise Setzlinge aus dem eigenen Garten übrig hat, könne diese pflanzen. Außerdem, so das Konzept, darf man auch ernten, wenn man nicht im Garten für alle gepflanzt hat.

von alfred drossel
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