Ludwigsburg | 24. April 2018

„Recht auf größtmögliche Sicherheit“

Rektoren der Campus-Schulen und des Bildungszentrums West fordern, die Alleenstraße nicht wieder für Autos zu öffnen

Radfahrer in der Alleenstraße – inzwischen mit Zählstation. Die zeigt bald schon 100 000 Fahrten an. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Radfahrer in der Alleenstraße – inzwischen mit Zählstation. Die zeigt bald schon 100 000 Fahrten an. Archivfoto: Holm Wolschendorf

Alle Schulleiter der Innenstadt-Schulen sind sich mit den Schulleitern in der Weststadt einig: Sie setzen darauf, dass die Alleenstraße umgestaltet wird – und zwar allein für Fußgänger und Radfahrer im westlichen Teil und als Fahrradstraße auf der restlichen Strecke. Sie sprechen sich einmütig dagegen aus, die Straße erneut für den Autoverkehr zu öffnen. Dies hat die Stadt bereits in Erwägung gezogen, die CDU im Gemeinderat verlangt das in einem Antrag. Ein Beschluss gibt es dazu noch nicht.

Bei einer Dienstbesprechung haben sich die Schulleiter der Ludwigsburger Gymnasien einschließlich Gemeinschaftsschule, Justinus-Kerner-Schule und den beiden Realschulen Elly-Heuss-Knapp- und Gottlieb-Daimler-Realschule ausführlich über das Radwegenetz und den Nahverkehr in Ludwigsburg ausgetauscht.

Wie sie unserer Zeitung gegenüber darlegen, sehen sie in einem zügig ausgebauten öffentlichen Nahverkehr die richtige Antwort darauf, die Stickoxid- und Feinstaubbelastung zu verringern. Ein wichtiger Baustein seien aber insbesondere die Radwege. Bei fast 6500 Schülern in der Innenstadt, der Oststadt und Weststadt gehen die Schulleiter von etwa 4000 radelnden Schülern aus, dazu komme ein zunehmender Anteil an Berufspendlern auf den Radwegen. Der Zählstation zeige, dass bereits jetzt schon dort nahezu 100 000 Radfahrer unterwegs sind.

„Unsere Schüler haben ein Recht auf größtmögliche Sicherheit auf den Radwegen“, stellt Mathias Hilber, Leiter des Otto-Hahn-Gymnasiums, fest. Es sei nicht akzeptabel, so Hilbert, dass Radwegteile wie der Westabschnitt der Alleenstraße zeitweise wieder für den Autoverkehr geöffnet werden könnten. Schüler der Oberstufe müssten in den langen Pausen schnell und sicher auf ihren Rädern zu den anderen Gymnasien gelangen können, um an den Kursen teilzunehmen. Der Unterricht dauert dort bis 17.10 Uhr.

Dieser Meinung schließen sich alle Rektoren an. Die Alleenstraße sei sicherer geworden, stellt Ulrich von Sanden vom Schiller-Gymnasium fest. Auch immer mehr Lehrer würden mit dem Rad zur Schule fahren. Für problematisch hält er eine Öffnung, weil der Campus Innenstadt mit der Gemeinschaftsschule um dieses Stück Alleenstraße erweitert worden sei. „Es handelt sich jetzt um Campus-Pausengelände.“ Ralf Broghammer, Leiter der Gemeinschaftsschule, bestärkt dies. „Im alten Stadtbad entsteht eine schöne Mensa mit hoher Aufenthaltsqualität.“ Auch außerhalb der Essenszeiten werde sie genutzt. Der Raum dazwischen sollte so umgestaltet werden, dass sich dort Schüler, Fußgänger und Radfahrer unbehelligt vom Autoverkehr aufhalten können.

Goethe-Rektor Wolfgang Medinger erinnert an die Seestraße, die 2009 dem Schulgelände zugeschlagen wurde. Damals unvorstellbar, heute alltäglich. Es gibt aus seiner Sicht auch für die Alleenstraße keine Alternative. Sie müsse zum Fuß- und Radweg und im östlichen Teil zur Fahrradstraße umgebaut werden. „Keine Elternvertretung auf dem Campus hat Verständnis dafür, sollten wieder Autos zugelassen werden.“

In der Solitudestraße hat die Rektorin des Mörike-Gymnasiums beobachtet, dass sich seit der neuen Ampelregelung die Situation verbessert hat. Ansonsten würden oft Lieferfahrzeuge vor dem Kino oder der Gastronomie die Straße versperren. Das neue Parkhaus der Kreissparkasse könne zu einer Entlastung der Solitudestraße führen, ist man überzeugt. Einen Sicherheitsgewinn sieht Heidrun Gross vom Elly-Heuss durch die provisorische Abbiegespur ins Dragonergässle.

Die Schulleiter betonen, wie wichtig die Radachse zwischen Ost- und Weststadt ist. Für die Rektoren Hartmut Meier (Daimler-Realschule) und Peter Widmeier (Kerner-Schule) ist der Teil im Westen noch „pures Stückwerk“, die Schüler dadurch extrem gefährdet.

Hans-Peter Jans
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