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100 Jahre und stets gut informiert

Elfriede Kurz ist immer auf dem Laufenden. .Foto: Holm Wolschendorf
Elfriede Kurz ist immer auf dem Laufenden. .Foto: Holm Wolschendorf
Elfriede Kurz liest noch jeden Tag zwei Zeitungen – Häkeln ist ihr Hobby

Pattonville. An ihrem 100. Geburtstag und für den Besuch der Ludwigsburger Kreiszeitung hat sich Elfriede Kurz richtig schick gemacht. Unter dem karierten Blazer trägt sie eine weiße Bluse, zur hellen Hose goldene Schuhe. „Das muss schon sein“, sagt sie knitz. Und auch an ihrem Ehrentag darf eins nicht fehlen: ihre Häkelarbeit. Aus weißer Wolle fertigt die Jubilarin gerade einen Topflappen, eine Masche ist dabei so akkurat wie die andere.

Elfriede Kurz lebt seit dem Sommer 2016 im Kleeblatt-Pflegeheim in Pattonville. Weil sie nicht mehr gut hört und ihr ein Gespräch somit schwerfällt, berichtet ihr einziger Sohn Michael für den Zeitungsartikel ein wenig aus dem Leben der alten Dame.

Elfriede Kurz ist in Schwieberdingen geboren und wuchs dort in der Bruckmühle auf, in der ihr Bruder als Müller arbeitete. Die Gemeinde Schwieberdingen kaufte 1993 das damals leerstehende, unter Denkmalschutz gestellte Gebäude aus dem 15. Jahrhundert und ließ es für 2,5 Millionen Euro zu einem Bürgertreff umbauen. Elfriede Kurz machte in ihrer Jugend bei der Gemeinde Schwieberdingen eine kaufmännische Ausbildung. Es gebe noch ein altes Zeugnis, in dem seine Mutter als „Sonnenschein vom Rathaus“ bezeichnet werde, berichtet Michael Kurz lachend. Als junge Frau übte sie den erlernten Beruf zunächst nicht aus. Sie heiratete 1946, wurde Mutter und lebte von 1972 an in Leonberg. Erst als ihr Mann, der 1986 starb, krankheitsbedingt nicht mehr arbeiten konnte, stieg Elfriede Kurz ins Berufsleben ein und trat eine Stelle in der Buchhaltung der Firma Bosch an.

Im Jahr 2014 erlitt die Jubilarin einen Oberschenkelhalsbruch, von dem sie sich aber glücklicherweise wieder recht gut erholte. Zwei Jahre später zog sie schließlich nach Pattonville ins Kleeblatt-Pflegeheim und damit ganz in die Nähe ihres Sohnes, der in Ludwigsburg lebt.

Ihren 100. Geburtstag feiert die Seniorin mit der Familie. Dazu gehören auch drei Enkel und drei Urenkel. Der jüngste Spross ist gerade mal ein halbes Jahr alt. Zehn Personen treffen sich am Nachmittag zu Kaffee und Kuchen. Über die regelmäßigen Besuche ihrer Angehörigen, die nicht weit entfernt in Ludwigsburg und Asperg leben, freut sich Elfriede Kurz immer sehr, weiß Sohn Michael. In der Pflegeeinrichtung fühle sich seine Mutter wohl und gut aufgehoben.

Nicht nur Handarbeit gehört zu Elfriede Kurz’ Beschäftigungen. Sie will auf dem Laufenden bleiben und liest deshalb täglich zwei Zeitungen, eine davon ist die LKZ. Großen Spaß macht es der 100-Jährigen auch, Kreuzworträtsel zu lösen. Und das Nachmittagsprogramm im Fernsehen schaut sie sich ebenfalls mit Begeisterung an.