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16 Sekunden mit Folgen? Bissingen verärgert über Nöttinger Vorgehen

Ein vermeintlicher Wechselfehler lässt noch lange nach Spielende die Emotionen hochkochen

Bietigheim-Bissingen. Wechselfehler oder nicht? Der FC Nöttingen hat nach eigenen Angaben Einspruch gegen die 1:2-Niederlage in der Fußball-Oberliga beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen eingelegt. Der Grund: Der Gastgeber habe „in einer spielentscheidenden Situation mit zwölf Spielern agiert“, schrieben die Nöttinger auf ihrer Facebookseite und veröffentlichten dazu das passende Video.

Auf diesem ist zu sehen, wie in der 89. Minute beim Stand von 2:1 für Bissingen der 08-Spieler Ibish Sejdijaj als zwölfter Spieler irrtümlich das Feld betritt, nach 16 Sekunden auf dem Rasen seinen Fehler bemerkt und wieder vom Feld eilt. Mit Sejdijaj auf dem Platz erobern die Nullachter den Ball, laufen einen Konter. Diesen unterbindet Jimmy Marton mit einem Foul, das daraufhin mit einer Roten Karte bestraft wird. Nicht zu sehen ist auf dem Video allerdings, wie der Schiedsrichter im Anschluss an den Platzverweis auch Sejdijaj mit einer Gelben Karte verwarnt. „Der Schiedsrichter hat es bemerkt und die Gelbe Karte gegeben. Wir verstehen die ganze Aufregung nicht so ganz“, sagt Bissingens Sportlicher Leiter Oliver Dense auf Anfrage über das Vorgehen der Nöttinger.

Mit diesem sei man keineswegs einverstanden. Denn der FCN holte nach dem Spiel auf seinen vereinseigenen Internetkanälen zum Rundumschlag aus. Den Bissingern warf man „theatralische Schauspieleinlagen“ vor, „mit denen sie ihre Mannschaft letztendlich zum Sieg führten“. Der 26 Jahre alte Schiedsrichter habe zudem „mit seinen Aktionen Hektik auf beiden Seiten reingebracht“, monierte FCN-Trainer Michael Wittwer nach Spielende in einem Videointerview: „Der Schiedsrichter hat einfach auf die ganze Theatralik nicht reagiert. Er war von Anfang an überfordert“, sagte Wittwer außerdem nach dem Spiel mit insgesamt drei Platzverweisen sowie zwölf Gelben Karten.

„Dass Nöttingen so ein großes Fass aufmacht mit der Berichterstattung und unsere Spieler so medial angeht – das geht zu weit“, sagt dagegen Dense. „Uns stört das Vorgehen von Nöttinger Seite. Dann auch noch zu sagen, unser Spieler habe entscheidend in den Ausgang des Spiels eingegriffen, ist hanebüchen und nicht im Sinne des Fairplays“, so Dense weiter über den vermeintlichen Wechselfehler.

In besagten 16 Sekunden führten die Nöttinger einen Einwurf aus, der über Sejdijaj hinweg flog. Fünf Sekunden nach einem Kopfball seines Gegenspielers erobern die Bissinger den Ball zurück. Im Moment des Ballgewinns stürmte Sejdijaj indes bereits vom Feld, war während des Konters, an dessen Ende Marton die Rote Karte sah, schon nicht mehr auf dem Rasen.

Den angeblichen Wechselfehler habe der Schiedsrichter laut Dense als unerlaubtes Betreten des Feldes geahndet. Die Gelbe Karte ist auch im Spielbericht eingetragen. „Da werden Videos hochgeladen mit der Suggerierung eines fatalen Wechselfehlers. Das ist Stimmungsmache, Fake News, Falschmeldungen“, so Dense. Einen Anwalt habe man wegen des Nöttinger Einspruchs nicht eingeschaltet. „Für uns ist die Sache völlig klar“, bleibt Dense derweil gelassen.

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