Handball
Schwieberdingen | 12. Oktober 2018

34 Schüler trainieren mit Nationalspielerinnen

Ein Vormittag im Zeichen des Handballs: An der Hermann-Butzer-Schuler sind der Frauenbundestrainer und vier Nationalspielerinnen für ein besonderes Training zu Gast.

Prellen, fangen, werfen: Mit den Profis üben die jungen Handballspieler den Umgang mit dem Ball. Foto: Andreas Essig
Prellen, fangen, werfen: Mit den Profis üben die jungen Handballspieler den Umgang mit dem Ball. Foto: Andreas Essig

„Ja, wir sind gut!“, jubelt der Torwart des grünen Teams, als seine Mannschaft ein Tor schießt. Doch nur wenige Sekunden später kommt ein Handball auf ihn zugeflogen. Der Junge springt hoch, doch kann ihn nicht halten. Es steht 1:1 in einem der drei Spiele, die die Schüler der Hermann-Butzer-Schule nach einem ganz besonderen Training spielen.

Für das Startraining, bei dem die Kinder mit Profis trainieren, konnten sich Grundschulen deutschlandweit bewerben. Aus jedem der 22 DHB-Landesverbände wurde schließlich eine Schule ausgewählt. Für den württembergischen Verband hat die Hermann-Butzer-Schule in Schwieberdingen das Rennen gemacht. Deshalb waren gestern der Frauenbundestrainer Henk Groener und die Nationalspielerinnen Dinah Eckerle, Antje Lauenroth, Luisa Schulze und Kim Naidzinavicius, die beim Bundesligist SG BBM Bietigheim spielen, zu Gast.

Die Idee für die Bewerbung hatte Angelika Schnicke, Trainerin bei der HSG Strohgäu. „Bei uns hat sie mit der Idee offene Türen und offene Herzen eingerannt“, sagt Schulleiterin Ilse Riedl. Für die Bewerbung drehte der Verein zusammen mit den Kindern ein Video. „Danach kam ganz lange keine Nachricht“, erinnert sich Nils. Der Neunjährige war beim Videodreh dabei und hat schon kaum mehr eine positive Nachricht erwartet. Doch die kam – und Nils freute sich genauso wie Verein und Schule. „Die Kinder strahlen richtig und werden diesen Tag sicher nicht mehr vergessen“, sagt Schnicke. 40 Schüler konnten am Startraining teilnehmen. In Schwieberdingen fiel die Auswahl auf die Schüler, die auch im Handballverein sind. „Das ist eine super Belohnung und Motivation für sie“, sagt Riedl.

Bevor es zu den Abschlussspielen kommt, wird die Koordination geübt. Dazu sind verschiedene Stationen in der Sporthalle aufgebaut. „Die coolste Übung ist die, bei der wir die Hütchen von der Bank schießen“, so Nils. Dabei geht es vor allem um zielgenaues Werfen. „Ich finde es toll, dass sich die Profis Zeit für uns nehmen“, sagt Aaron. Der Neunjährige spielt am liebsten im Tor, auf dem Feld ist er aber „auch ganz gut“. „Im Handball sind Verletzungen normal“, erklärt Aaron, der sich vor kurzem den Fuß verstaucht hat. Auf das Training zu verzichten, fiel ihm schwer, die Schmerzen müsse man eben aushalten. „Im Tor darf man auf keinen Fall Angst vor dem Ball haben, das geht gar nicht!“, fügt der Nachwuchs-Experte hinzu.

Das weiß auch Dinah Eckerle. Sie ist Torhüterin in der Nationalmannschaft. „Für die Kinder ist das ein tolles Event heute“, sagt die 22-Jährige, die bereits mit acht Jahren beim GSV Hemmingen spielte. In dem Alter sei der Spaß am Sport am wichtigsten. „Wer Handball da schon mit Begeisterung spielt, der bleibt auch dabei“, so Dinah Eckerle.

Carolin Schneider
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