12. November 2014

«67P/Tschurjumow-Gerassimenko»: Kalt, dunkel, stinkend

Göttingen (dpa) - So interessant «67P/Tschurjumow-Gerassimenko» für die Wissenschaft auch sein mag, Urlaub möchte auf dem Kometen wohl niemand machen. Es ist dort kalt, dunkel und es riecht streng - unter anderem nach faulen Eiern.

Komet «67P/Tschurjumow-Gerassimenko»
Ein von der Osiris-Bordkamera der Sonde «Rosetta» aus einer Entfernung von ca. 285 Kilometern aufgenommenes Foto des Zielkometen. Foto: ESA/dpa
dpa

Trotz Sonnenlichts sei es dort finster wie in einem Kohlenkeller, sagt Hermann Böhnhardt vom Max-Planck-Institut (MPI) für Sonnensystemforschung in Göttingen. Er ist Leitender Wissenschaftler der Landemission.

«Tschuri», der einem kilometergroßen Quietsche-Entchen ähnelt, wurde 1969 entdeckt. Wo der Brocken herkommt, ist unklar. Als wahrscheinlicher Herkunftsort gilt aber der sogenannte Kuipergürtel am Rande des Sonnensystems.

Anfang August kam die europäische Raumsonde «Rosetta» nach zehn Jahren Flugzeit am Kometen an. Seither sammeln ihre Instrumente Informationen über den Himmelskörper. So analysierten Schweizer Forscher seine Gashülle. Ergebnis: Der Komet stinkt. Schwefelwasserstoff rieche nach faulen Eiern. Daneben gebe es nach Pferdestall stinkendes Ammoniak und beißendes Formaldehyd.

«Tschuri» braucht fast sieben Jahre, um einmal die Sonne zu umrunden. Dabei nähert er sich unserem Heimatstern bis auf 195 Millionen Kilometer. Zum Vergleich: Erde und Sonne trennen etwa 150 Millionen Kilometer. «Je näher der Komet zur Sonne kommt, desto mehr verdampft von seinem Eis, und umso stärker wird seine Ausgasung», sagt Kathrin Altwegg von der Universität Bern.

Mitteilung der Universität Bern zu Gasen

DLR-Bericht zum Landeplatz

Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige
UMFRAGE
Regierungskoalition

In dieser Woche starten in Berlin die Gespräche über eine schwarz-gelb-grüne Regierungskoalition. Werden CDU, CSU, FDP und Grüne ein Jamaika-Bündnis hinbekommen?

Die schönsten Seiten des Kreises
Zeitschriftenvorteil