Ludwigsburg | 29. Juni 2018

Anbau als historische Chance

Erweiterung des PKC geplant – Platz für zusätzliche Gästezimmer und einen Seminarraum

Das kleine Haus links im Bild soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.Foto: R. Theiss
Das kleine Haus links im Bild soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.Foto: R. Theiss

Seit Jahren wünschen sich die Verantwortlichen beim PKC mehr Platz, jetzt sollen in einem Anbau Gästezimmer und ein Seminarraum entstehen. Das Ludwigsburger Landratsamt sieht darin eine „historische Chance“, denn so werde die Zukunftsfähigkeit des Pädagogisch-Kulturellen Centrums Ehemalige Synagoge Freudental gesichert.

 

„Es ist der Höchstgewinn“, freut sich Isolde Siegers. Mit der Erweiterung gehe ein langer Wunsch in Erfüllung, sie sei ein riesen Zugewinn und großartig für das gesamte Haus. Die Euphorie ist der Leiterin der PKC-Geschäftsstelle anzuhören, als sie über die Pläne spricht, die der Landkreis Ludwigsburg für die Ehemalige Synagoge hat.

 

Doch was genau ist geplant? Es geht um das Grundstück in der Strombergstraße 21. Darauf steht ein kleines Häuschen, das direkt ans PKC angrenzt und seit einigen Jahren ungenutzt ist. Der Landkreis, dem die Ehemalige Synagoge gehört, hatte das Haus 2015 gekauft; nun soll es abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Auf 142 Quadratmetern könnten so zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten für die PKC-Besucher geschaffen werden sowie ein Seminarraum. Dieser soll eine direkte Verbindung zum Bestandsgebäude erhalten. Außerdem sind ein Keller und eine behindertengerechte Toilette geplant.

 

Die Baukosten beziffert ein Sprecher des Landratsamtes auf Nachfrage unserer Zeitung auf 550 000 Euro, hinzu kämen noch 18 000 Euro für die Ausstattung. Am kommenden Montag wird sich nun der Kultur- und Schulausschuss des Kreistags mit dem Thema befassen, direkt vor Ort in Freudental, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Stimmt dann auch noch der Kreistag zu, steht der Erweiterung nichts mehr im Wege. Im nächsten Jahr könnte gebaut werden, im Jahr 2020 der Anbau bezugsfertig sein. „Durch die Einbindung des Gebäudes bietet sich die historische Chance einer sinnvollen Arrondierung des Gebäudeensembles, womit die Zukunftsfähigkeit des PKC gesichert wird“, teilt der Behördensprecher mit.

 

Räumlich stößt das Pädagogisch-Kulturelle Centrum schon seit Jahren an seine Grenzen: Einen richtigen Seminarraum gibt es nicht, lediglich die ehemalige Synagoge. Immer wieder müssten deshalb Anfragen zu Lerntagen und von Besuchergruppen abgelehnt werden. Auch die Übernachtungsmöglichkeiten seien nicht optimal, sagt der Vorsitzende des PKC-Vereins Herbert Pötzsch. Die Gästezimmer müssten häufig mit zwei Personen belegt werden, doch das sei heute nicht mehr Standard. Bei großen Gruppen habe man zudem auf andere Übernachtungsmöglichkeiten zurückgreifen müssen.

 

Das soll nun bald der Vergangenheit angehören: „Die Erweiterungspläne sind in enger Abstimmung mit uns entstanden“, sagt Pötzsch. „Es ist genau das, was wir uns gewünscht haben.“ Auch Siegers betont: „Ich bin total dankbar und hätte nicht erwartet, dass die Pläne so schnell umgesetzt werden können. Es gibt keine bessere Möglichkeit, das Areal zu nutzen.“ Davon könnte auch die Gemeinde Freudental profitieren. Denn der neue Seminarraum soll auch für öffentliche Veranstaltungen, beispielsweise VHS-Kurse, genutzt werden, sagt Bürgermeister Alexander Fleig. Wenn möglich, sollen deshalb auch Mittel aus dem Sanierungsprogramm fließen. „Das ganze Ensemble wird durch die Erweiterung aufgewertet“, findet er.

 

Mit dem dann vorhandenen Platz muss das PKC allerdings auf Dauer auskommen: Weitere Anbaumöglichkeiten gibt es auf dem Areal mitten im Ort nicht mehr.

Christina Kehl
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