16. August 2012

Anonymous ruft zu Versammlung vor Botschaft auf

London/Berlin (dpa) - Im Konflikt um den Wikileaks-Gründer Julian Assange haben Netzaktivisten der Anonymous-Bewegung ihre Anhänger dazu aufgerufen, sich vor der Botschaft Ecuadors in London zu versammeln.

«Wenn Ihr gerde in London seid oder dort jemand kennt: Begebt Euch jetzt zur ecuadorianischen Botschaft», forderte Anonymous am Donnerstag im Kurzmitteilungsdienst Twitter. «Jetzt ist es Zeit.»

In anderen Äußerungen aus Kreisen der Anonymous-Bewegung wurde die Entscheidung Ecuadors begrüßt, Assange Asyl zu gewähren. Scharf kritisiert wurde hingegen die Haltung der britischen Regierung, die über mehrere gerichtliche Instanzen hinweg beschlossene Auslieferung Assanges nach Schweden durchzusetzen. Dort wird ihm vorgeworfen, im Sommer 2010 zwei Frauen sexuell belästigt und in einem Fall vergewaltigt zu haben. Assange bestreitet dies. Er befürchtet, dass einem Verhör in Schweden die Auslieferung in die USA folgen könnte.

Die von Assange gegründete Enthüllungsplattform Wikileaks hat 2010 mehr als 200 000 interne Depeschen von US-Botschaften in aller Welt veröffentlicht, was von den USA scharf kritisiert wurde. Der mutmaßliche Wikileaks-Informant Bradley Manning muss sich demnächst vor einem Militärgericht in den USA verantworten. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslantge Haft.

Anonymous-Aufruf bei Twitter

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