11. Juni 2012

Auch Italien könnte um Hilfe bitten

Berlin (dpa) - Führende Bankenvolkswirte haben sich angesichts der jüngsten Wirtschaftsdaten besorgt über die Lage in Italien gezeigt. «Es ist durchaus möglich, dass auch Italien die Staatengemeinschaft am Ende um Hilfe bittet», sagte der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, «Handelsblatt Online».

Der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, ist der Überzeugung, dass Euro-Länder wie Italien gegenüber der Konjunktur «verwundbar» bleiben. «Sollte sich die Konjunktur für Gesamteuropa in den kommenden Monaten massiv eintrüben, muss man europaweit über Maßnahmen nachdenken», sagte er «Handelsblatt Online».

Italiens Statistikamt hatte zuvor erklärt, dass die Wirtschaft in den ersten drei Monaten des Jahres um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorquartal geschrumpft ist und damit den drastischsten Rückgang seit drei Jahren verzeichnet.

Krämer erklärte, er gehe zwar davon aus, dass es Italien gelingen werde, sein Haushaltsdefizit in diesem Jahr auf weniger als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken. «Aber der als Reformer angetretene Ministerpräsident Mario Monti hat den verkrusteten italienischen Arbeitsmarkt nicht wesentlich reformieren können», fügte der Ökonom hinzu. «Italien ist trotz gewisser Erfolge bei der Haushaltskonsolidierung ein wirtschaftlich angeschlagenes Land, das dringend Reformen bedarf», fasste Krämer zusammen.

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