Ludwigsburg | 24. Oktober 2017

Aula verwandelt sich in Messehalle

Pattonville. Informationen rund um Studium und Beruf haben die jungen Frauen und Männer erhalten, die die Erich-Bracher-Berufsschule in Pattonville besuchen. Unter deren Dach sind verschiedene Schulformen vom Wirtschaftsgymnasium über Berufskollegs bis zur klassischen Berufsschule für kaufmännische Ausbildungsberufe angesiedelt. Hier lernen 1800 Schüler. Eine echte Herausforderung war es, jeder Zielgruppe spannende Informationen zu bieten und niemanden unberücksichtigt zu lassen.

„Karriere mit Lehre“, lautete das Motto der kleinen Messe, die gestern in der Aula stattgefunden hat. Hier präsentierten sich Bildungsträger aus der Region. Sie zeigten den Schülern, die bereits eine duale Ausbildung absolvieren, Wege auf, wie sie sich im Anschluss an die Lehre berufsbegleitend weiter qualifizieren können. Klassenweise wurde die Messe besucht, so dass es an den Ständen nie zu voll wurde. „Jeder Auszubildende, der das Gefühl hat sich nicht weiterentwickeln zu können, ist unzufrieden“, sagte Matthias Hils, Leiter der Berufsschulen. Besonders erfreut zeigte Hils sich darüber, dass etliche Betriebe ihre Auszubildenden frei gestellt hatten, damit diese sich über das Thema „Karriere mit Lehre“ informieren konnten. Hier präsentierten sich die Industrie- und Handelskammer, die Fernuniversität in Hagen, die über eine Dependance in Stuttgart verfügt, und die private Akademie Carriere & More, um nur einige zu nennen. „Vielen Auszubildenden ist nicht bekannt, dass sie keine Hochschulreife benötigen, um studieren zu können“, so Hils. Bei berufsbezogenen Studiengängen reicht oftmals eine entsprechende Berufserfahrung aus. Attraktiv ist diese Form der Weiterbildung, weil diese berufs- und sogar ausbildungsbegleitend angeboten wird.

Rund 30 Ausbildungsbetriebe

präsentieren sich

Am Tag zuvor hatten Studienbotschafter den Schülern des Wirtschaftsgymnasiums die Ausbildungsgänge verschiedener Hochschulen – von Geoinformatik über Luft- und Raumfahrttechnik bis Wirtschaftsrecht – vorgestellt. Am heutigen Donnerstag präsentieren sich rund 30 Ausbildungsbetriebe verschiedener Branchen und suchen das Gespräch mit potenziellen Auszubildenden aus den Reihen der Berufskollegs und natürlich des Wirtschaftsgymnasiums.

Für Hils bieten die einzelnen Veranstaltungen nicht nur passgenaue Informationen für die einzelnen Zielgruppen. „Wir zeigen damit auch, dass uns das Wohl der Schüler wichtig ist“, sagte er. Als besonderes Angebot kommt die Messe nämlich zu ihnen in die Schule.

Ausbildung oder Studium, mit dieser Entscheidung tun sich viele junge Menschen schwer. „Über das Studium herrschen viele Mythen vor“, hat Lehrerin Angelika Schober-Penz festgestellt, die an der Schule für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist. „Diesen falschen Vorstellungen wollen wir durch gezielte Informationen entgegenwirken“, sagte sie. Schließlich, so gibt sie zu bedenken, benötigen Studenten ein hohes Maß an Selbstdisziplin und erhalten anschließend nicht unbedingt ein Chefgehalt.

Mit der Veranstaltungsreihe wollen die Organisatoren deutlich machen, dass eine Ausbildung keine Sackgasse, sondern der erste Schritt ins Berufsleben sein kann. Besonders erfreut ist Hils darüber, dass er in der Berufsschule etwa zehn Flüchtlinge wieder gesehen hat. Sie haben zuvor eine der drei Vorbereitungsklassen an der Erich-Bracher-Schule besucht und haben den Sprung in den Ausbildungsberuf geschafft, ob als angehender Bank-, Großhandelskaufmann oder Lagerist.

Marion Blum
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